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Militärsoziologie

kessler_m Deutsch 98 Karten

Militärsoziologie

Karten in diesem Stapel (98)

  1. 1Erläutere die zwei Betrachtungsweisen einer Organisation• Betrachtungsweise 1: Handlungsfähiger Kollektivakteur in Interaktion mit anderen Organisationen und ihrer Umwelt (z.b. untersch Parteien, versch Departemente beim Bund, etc) (Ausserhalb des Kreises hin zu anderen Kreisen)
    • Betrachtungsweise 2: Organisationssysteme mit spezifischen Binnenproblemen (z.B. Bürokratie und Oligarchie, Mitgliederrekrutierung und -loyalität, Divergenz von Organisationsziel und Mitgliedermotivation) (Innerhalb des Kreises)
  2. 2Nenne drei Definitionsmerkmale einer Organisation• dauerhafte Erreichung eines bestimmten Ziels
    • Ordnung und Struktur
    • Koordination der Aktivitäten der Mitglieder und der verfügbaren Mittel, um Erreichung des Ziels erreichen zu können (Arbeitsteilung)
  3. 34 Elemente einer Organisation• Idee der Institution, Leitidee
    • der Personalbestand
    • Regeln oder Normen
    • materielle Apparat (Gegenstände und Räume)
  4. 4Wie funktioniert eine OrganisationDie Institution verknüpft Personen, Gegenstände und Handungen derart, dass durch das gemeinsame Handeln Aufgaben oder Probleme, die immer wieder vorkommen, in gleichartiger und damit verbundener Weise angegangen werden können.
    Organisationen schaffen Sicherheit, Ordnung und Stabilität, was sie für die Gesellschaft wertvoll macht. Vertraute Institutionen bilden gemeinsame Bezugspunkte, was wiederum die Bedeutung der sozialen und kulturellen Identität aufzeigt. Die Kehrseite ist jedoch, dass Institutionen/Organisationen die Freiheit beschränken und somit begrenzen sie die Lebens- und Handlungsmöglichkeiten.
    Institutionen bieten dem Einzelnen die Möglichkeit, in bestimmten situationen mit bestimmten Problemen sinnvoll, sicher und in vorhersehbarer Weise umzugehen und dabei mit anderen zusammenzuwirken (→Entlastung).
    Institutionen können auch zur Bestimmung und Entfaltung von personaler Identität und zur Strukturierung von Lebensläufen beitragen.
  5. 5Warum gibt es OrganisationenDurch Ungewissenhei der Menschen und ihrem grundsätzlichen Streben nach Sicherheit, schliesst sich der Mensch in Organisationen zusammen. Die Organisation zeichnet sich durch Dauerhaftigkeit, Berechenbarkeit, Organisierbarkeit (z.B. Arbeitsteilung) und durch eine Strategie (Entscheidungen in die Zukunft hinein ) aus.
  6. 6Grundlagen einer Organisation1. Zielgerichtetes Handeln (zentral für die Organisation ist ihre Zielgerichtetheit und Strukturiertheit.
    2. Mittel zur Steigerung von Leistungsfähigkeit (Arbeitsteilung und Spezialisierung)
    3. Mittel zum Erreichen von "grossen" Zielen (Ein Einzelner allein könnte Ziele nicht erreichen)
    4. Mittel zur Erzeugung von Sicherheit durch "Reduktion von Komplexität" (Lebensdauer einer Organisation ist länger als die ihrer Mitglieder, Organisationen machen unsere gesellschaftliche Welt durch ihre relative Stabilität berechenbar und schaffen damit eine gewisse Zukunftssicherheit)
  7. 7Wie entstehen OrganisationenOrganisation entsteht durch die Erhöhung der Komplexität einer Sache (z.B. von einer Arbeit), bei der Struktur nötig ist, um diese bewältigen zu können.
  8. 8Wie verhalten sich die persönlichen Beziehungen in einer wachsenden OrganisationJe grösser die Organisation desto kleiner ist die personelle Beziehung bzw. desto grösser ist die Unpersönlichkeit (zwischen den einzelnen Hierarchiestufen resp. Untereinheiten) ---> von der Burgerbude zum Grossunternehmen Mc Donalds.
  9. 9Beschreibe Institutionenwandel• Veränderung der sozialen und kulturellen und somit der personalen Ankerpunkte
    • neue Ideen zur Lösung neuer Grundprobleme lösen alte Ideen ab und führen zu neuen Fomen der Kooperation
  10. 10Organisationstypen Nenne 3 Grundlagen des Engagements Nenne 3 Macht- und Steuerungsmittel der OrganisationEntfremdend, Berechnend, Moralisch
    Zwang, Belohnungsgewalt, Normative Gewalt
  11. 11Nennen ein Beispiel für Zwangsorganisation, Utilitaristische Organisation und Normative OrganisationGefängniss
    Unternehmung
    Kirche
  12. 12Nenne zwei weitere Organisationstypen und deren spezifische MerkmaleTechnische Institutionen
    (Stark Ziel- Outputorientiert, Umwelt reagiert direkt auf Output, Gewinn/Verluste)
    Institutionelle Institutionen
    (Stark Prozessorientiert. Prozess/Struktur als Legitimationsquelle. Umwelt reagiert indirekt auf Organisationsoutpunkt mittels gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Erwartungen)
  13. 13Nenne Zwei hierarchische Strukturmöglichkeiten der OrganisationEinlinienorganisation und Mehrlinienorganisation
  14. 14Vorteile/Nachteile EInlinienorganisation+
    • Handeln ist an Regeln gebunden (z.B. Reglemente)
    • jeder ist sich seiner Verantwortung bewusst
    • durch die klare Abgrenzung der Verantwortung wird der einzelne entlastet
    • relativ stabile und homogene Umwelt (jedoch nur Schönwetterorganisation)
    -
    • Dienstweg kann die verschiedenen Instanzen überlasten (starke Hirarchie)
    • Spezialwissen der Unterstellten wird nur schwach genützt
    • Tendenz zur Überfülle von Informationen
    • Zurückhalten und Filtern von Informationen von unten nach oben
  15. 15Vorteile/Nachteile Mehrlinienorganisation+
    • klare, kurze Informationswege
    • Spezialisierung der Vorgesetzten
    -
    • unklare Verantwortung
    • Kompetenzstreitigkeiten
  16. 16Erläutere das Beförderungsproblem, welches vorwiegend in Einlinienorganisationen vorkommtBeförderungsproblematik: Jeder wird so lange befördert bis er die Funktion erreicht hat , für die er gar nicht mehr geeignet ist (Senioritätsprinzip, persönliche Beziehungen, Loyalität zu derzeitigen Machthabern) --> gem empirischen Forschungen (befördert wird, wer: herausragende Leistungen in der Status Quo Position erbringt und konformes und loyales Verhalten an den Tag legt). Peter-Prinzip, In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen.
  17. 17Organisationstypologie, Unterschiede zwischen de- und zentralisierter OrganisationOrganisationstypologie, Unterschiede zwischen de- und zentralisierter Organisation
  18. 18Schildere das Initierungs- Beteiligungsproblem von OrganisationenSchildere das Initierungs- Beteiligungsproblem von Organisationen
  19. 19Wie bilden sich informale Gruppen in Organisationena) Durch die aus der formalen sich ergebenden sozialen Kontakte
    b) Über berufliche Sozialisierung (Zusammengehörigkeitsgefühl, Werttraditionen, gemeinsamen Erfahrungen)
    c) Nach ausserberuflich-privaten gemeinsamen Interessen (Hobby, Sport etc.)
    d) Nach Besonderheiten der sozialen Herkunft
    e) Als Ergebnis Generations- und altersbestimmter Interessenanlagen
    f) Als Reaktion auf Normen, Autoritäten und Verhaltenssteuerungen durch die formale Organisation, welche den Interessen der Organisationsmitglieder entgegenstehen.
  20. 20Definiere das MilitärWir betrachten das Militär als ein Herrschafts- und Machtinstrument, welches die Gesellschaft vornehmlich gegen aussen schützt aber zugleich auch Ordnungsaufgaben im Innern gewährleisten kann. Als Inhaber des staatlichen Gewaltmonopols figuriert es als Symbol nationaler Souveränität und beeinflusst die zivile Gesellschaft mit seinem Werte- und Normensystem.
  21. 21Anhand welcher Dimensionen wird das Militär in der Gesellschaft situiertFür / Gegen Militär ( Akzeptanz der öffentlichen Meinung ) sowie Sozio-politische Relevanz Armee als Mittel gegen Bedrohung ( Hoch / Tief ).
  22. 22Zu welchen Typologien führt diese Bidimensionale SpektrumZu welchen Typologien führt diese Bidimensionale Spektrum
  23. 23Welche 3 Betrachtungsebenen gibt es und wen beinhalten SieMikro: Gruppe / Individuum
    Meso: Organisation / Institution
    Makro: Gesellschaft
  24. 24Was beinhaltet die Makro EbeneMilitärsoziologie
    - Militär im Rahmen der Sicherheitspolitik
    - Akzeptanz- und Legitimationsprobleme
    -Wehrverfassung (Wehrpflicht,Freiwilligkeit)
  25. 25Was beinhaltet die Meso EbeneMilitär als Organisation und Institution
    - Spezifika der Militärorganisation
    - Veränderung der Organisation
    durch geostrategischen, sozialen und technischen Wandel
    - Offiziere: Professionalisierung
  26. 26Was beinhaltet die MikroebeneGruppen und ihre Bedeutung im Militär
    - Kampf/Dienst/Wehrmotivation
    - Sozialisation im Militär
  27. 27Nenne chronologisch die Autoren welche den Philosophischen Weg der Militärsoziologie begründet habenMacchiavelli, Hobbes, Rousseau, Kant, Tocqueville, COmte, Marx
  28. 28MacchiavelliArmee als Machtbasis eines absoluten Herrschers, Primat der Effizienz, Moral im Hintergrund, permanente Ausbildung als Vorraussetzung von Effizienz
  29. 29Hobbesnatürliches Verhalten des Menschen ist konfliktorientiert, --> deswegen wird Sicherheit zum öffenlichen Gut (im Tausch gegen Freiheiten an eine Obrigkeit)
  30. 30Rousseauganzer Staat EIN Gebilde, Gemeinwillen, der Einzelne gibt sich an das Kollektiv hin, im Sinne einer Ehre und Pflicht. Armeedienst als Pflicht des Bürgers
  31. 31KantMensch und dessen Entwicklung sind vernunftorientiert -> deswegen Entwicklung zum allg. Rechtszustand, hin zu einer friedlichen Demokratie ohne stehendem Heer (mit Milizarmee), Krieg nur zur Verteidigung, Recht auf Zuvorkommen bei Hochrüstung des Gegners, Schutz gegen übermächtige Macht (Monarchien als Kriegsverursacher) - Spielraum SEHR gross, jedoch sehr defensiv orientiert)
  32. 32TocquevilleDemokratien und deren Verbreitung führen zwangsläufig zu Frieden (Schutz des Eigentums und der Wirtschaft und Absenz von Bürgerkriegen). In Demokratien wird der Militärberuf weniger geschätzt als in Aristokratien
  33. 33Comte„Inkompatibilitätstheorem“ zwischen einer Armee und dem modernen Industriestaat, Wirtschaftliche Produktivitätssteigerung macht Erwerbsstreben durch militärische Macht überflüssig (Krieg ist disfunktional). Dreistadiengesetz der gesellschaftlichen Entwicklung
  34. 34Marx/LeninKapitalismus ist Wachstumsorientiert und führt somit aufgrund von Expansion automatisch zum Krieg. Klassenkampf, Sieg des Proletariats, Vergesellschaftung der Produktionsmittel
  35. 35Nenne einen relevanten Wiederspruch der postulierten Friedfertigkeit von Demokratien„..dass von allen Armeen die demokratischen Heere den Krieg am
    brennendsten ersehnen, dass aber von allen Völkern die
    demokratischen den Frieden am meisten lieben.“ Grund: „Gleichheit“ ermöglicht Nicht-Adligen den sozialen Aufstieg im
    Militär, die Chancen steigen zudem im Kriegsfall. Diese haben somit
    ein Interesse am Krieg. Anderseits fördert die Demokratie (der
    Gleichen) ein Streben nach Wohlstand und Eigentum der Bürger, die
    daher den Krieg eher ablehnen.
  36. 36Demokratie und Aristokratie, nenne Unterschiede in Gesellschaft und ArmeeDemokratie und Aristokratie, nenne Unterschiede in Gesellschaft und Armee
  37. 37Unterschiede der Offiziere in Demokratie und AristokratieUnterschiede der Offiziere in Demokratie und Aristokratie
  38. 38Demokratische Gesellschaftstheorien und ihre Konsequenzen für das zivil-militärische Verhältnis LiberalismusHobbes (1588-1679): Sicherheit
    Smith (1723-1790): Markt
    Skeptisches Menschenbild (Egoist im
    Wettbewerb mit anderen)
    Vorrang der Individualinteressen/ der
    individuellen Freiheit vor
    Kollektivinteressen
    „Negative“ Freiheit (von Zwang, von Staat)
    Arbeitsteilung als Fortschritt
    Keine Verpflichtung (Zwang)
    zum Militärdienst
    Berufsarmee (Arbeitsteilung) = Funktional effizienter
    ->
    Tendenz zu BERUFSARMEE
    STEHENDES Heer
    ->
    Kontrollproblem von grosser
    Wichtigkeit
  39. 39Demokratische Gesellschaftstheorien und ihre Konsequenzen für das zivil-militärische Verhältnis RepublikanismusAristoteles: polit. Tier
    Rousseau (1712-1778):
    Gemeinwille
    Positives Menschenbild (zum
    Altruismus fähig und willig)
    Vorrang der (gleichgerichteten)
    Kollektivinteressen (Gemeinwohl) vor
    Individualinteresse
    „Positive“ Freiheit (für etwas)
    Teilnahme/Teilhabe am Gemeinwesen
    als moralisches Gebot
    Beteiligung der Bürgerschaft
    am Militär als moralische
    Pflicht und als Förderung der
    republikanischen Tugend
    (Erziehung)
    ->
    Tendenz zu WEHRPFLICHT/MILIZ
    NICHT stehendes/PARZIELL
    stehendes Heer
    ->
    Kontrollproblem zweitrangig
  40. 40Erkläre Macht--> Als zentrales Muster menschlichen Verhaltens und Herrschaft, nahezu omnipräsent in Beziehungen (oft mit Gewalt)
    Macht: "Bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchseten, gleichviel worauf diese Chance beruht (Max Weber)
    --> Ermöglicht berechenbares Verhalten von Personen / Gruppenmitgliedern und danit von Gruppen ("Sicherheitsvorrat")
    --> Tausch von Freiheit gegen Sicherheit
  41. 41Was ist die Grundlage zur Entstehung von MachtUngleiche Verteilung von wichtigen Ressourcen (knappe Güter)
    -> Beziehungen zwischen Menschen, Gruppen, Organisationen sind asymmetrisch (die einen haben, die anderen nicht, die nichthaber wollen auch)
    --> Daraus ergibt sich eine Hierarchie
  42. 42Nenne die drei Wege zur Macht nach Popitz1. Herstellen von Zwangsordnung (relativ kleine, aber organisierte, kooperierende und untereinander solidarische Gruppe)
    2. "Solidaritätskerne" (Arbeitsteilung, Monopolisierung in Verbindung mit exklusiven Verfügungsgewalten über knappe und begehrte Güter, Strukturbildung).
    3. Umverteilung (Machtstaffelung, selektives Zulassen von Vorteilen bei Wohlverhalten)
    Entscheidend ist in allen drei Fällen die Diskrepanz von Organisationsfähigkeit zwischen Individuuen / Gruppen.
  43. 43Was stabilisiert Macht in fast allen FällenBei all den drei Fällen wird oft Gewalt angedroht und/oder angewendet als Stabilisierungsfaktor der Interaktionen.
  44. 44Was ist entscheidend, damit eine Gruppe mehr Macht hat als eine andereEntscheidend ist in allen drei Fällen die Diskrepanz von Organisationsfähigkeit zwischen
  45. 45Wie entwickelt sich Macht im 4-Stufen Modell1. Sporadische Macht
    2. Entstehung normierender Macht
    3. Ausbildung einzelner Herrschaftspositionen
    4. Entwicklung komplexer Herrschaftsgefüge
  46. 46Mit welchen Formen wird nach Weber Macht legitimiert- Traditional ( Tradition des Amtes)
    - Rational ( Legalität des Amtes, bsp demokratische Wahl)
    - charismatisch ( der mitreissende Volksführer ).
  47. 47Erkläre HerrschaftSonderform von Macht (anerkannte Macht). --> Nicht nur Durchsetzung eigener Chancen, sondern auch Vorhandensein von Anerkennung bei einer bestimmten Gruppe. --> Herrschaft ist verknüpft mit dem Begriff Gehorsam.
    Herrschaft benötigt auch Verwaltung (Bürokratie). Führt in einem grossen Rahmen zu einem Staatswesen (Flächendeckende, zentralisierte Herrschaft).
    Gegenteil dazu: "Failed states": Staaten mit stark eingeschränktem Gewaltmonopol.
  48. 48Paradoxon der Gewalt- Gewalt ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung
    zur Aufrechterhaltung sozialer Ordnung.
    - Soziale Ordnung (Normen, Rollen, Institutionen) ist eine
    notwendige Bedingung zur Eindämmung von Gewalt
  49. 49Zivilisierung und Gewalt, nenne die 4 Modelle- Optimistisches Modell
    - Pessimistisches Modell
    - Ambivalenz Modell
    - Anthropologisches MOdell
  50. 50Zivilisierung und Gewalt, nenne die Grundzüge des Optimistischen MOdellsModernisierung:
    Zurückdrängung und Einhegung der Gewalt
    Monopolisierung der Gewalt als Wesen des Staates und der
    Moderne (Gewalt = vormodernes & aussermodernes Phänomen)
    Kriege des 20. Jahrhunderts = "Ausrutscher"
    Thomas Hobbes, Max Weber,
    Norbert Elias
  51. 51Zivilisierung und Gewalt, nenne die Grundzüge des Pessimistischen ModellsRationalisierung und Erfolg von Wissenschaft und Technik sowie Staatsbildung und Bürokratie
    = Verwaltung
    = notwendige Voraussetzungen für steigende Destruktivität
    "direkte Linie vom Faustkeil zur Atombombe"
    Frankfurter Schule,
    Neomarxismus
  52. 52Zivilisierung und Gewalt, nenne die Grundzüge des Ambivalenz ModellsZivilisation = einerseits Steigerung des Potenzials
    für Humanität und Friedfertigkeit aber andererseits Voraussetzung für steigende Destruktionspotenziale
    (Innergesellschaftliche Befriedung versus
    Verstaatlichung der Gewalt gegen aussen)
    Sigmund Freud
  53. 53Zivilisierung und Gewalt, nenne die Grundzüge des Anthropologischen ModellsZivilisierung = Mythos
    Gewalt als Konstante aller menschlichen Geschichte, weil
    sie Ausdruck der speziellen menschlichen Kreativität ist,
    weil sie beim Menschen nicht durch Instinkte kontrolliert
    wird = Schicksal der Gattung Mensch
    Wolfgang Sofsky
  54. 54Warum wurde die Organisation Armee geschaffen?Grundsätzliche Angst des Menschen vor Gewalt und Tod
    → Schaffung einer Organisation zum Schutz
    Drang des Menschen zur Gruppenbildung unterstützt diese Aufgabe/Zweck der Armee
  55. 55Aufgabe und Zweck der Armee?-Androhung kollektiver Gewaltanwendung, Management von Gewalt
    -Militär als staatliches Ordnungsmonopol, als Mittel zur Durchsetzung gegen andere und deren Widerstreben. (Herrschafts- und Machtinstrument, staatliches Gewaltmonopol, als Symbol von nationaler Souveränität beeinflusst es auch die zivile Gesellschaft und seine Normen und Werte - s. Armee 61, 10-13% AKTIV im Dienst eingeteilt, Sohn sieht Vater als AdA).
  56. 56Was ist der besondere Massstab der Organisation ArmeeDass auch in Friedenszeiten der Kriegsfall als Massstab der Qualität der Organisation gilt. Erklärt sich aus Organisationszweck, der POTENTIELLEN Gewaltanwendung
  57. 57Erläutere das Kollektivprimat der Organisation ArmeeIndividuum wird notfalls zugunsten der Kollektivs (Nation, Bevölkerung) geopfert (Deindividualisierung; z.B. Uniformen). Führt zu • Motivations- und Gehorsamsproblemen, Disziplin als Ausdruck des Kollektivprimats; hoher Grad an Kontrolle vorausgesetzt und nötig
  58. 58Was für Ziele hat die Armee offiziell und inoffiziellOffizielle/Manifeste: Schutz des Landes, Friedensförderung, Katastrophenschutz
    Inoffizielle/Latente: Identitätssymbol, rite de passage: Mannwerdung
  59. 59Nenne 4 Probleme des Militära als Manager des Gewaltmonopols- Integrationsproblem, Repräsentationsproblem
    (Wer darf / soll / muss dem Militär angehören?)
    -Allokations/Aufwandproblem
    (Wieviele Ressourcen sollen dem Militär zugeteilt werden?)
    - Delegationsproblem
    (Wie viel Autonomie soll das Militär geniessen?)
    - Subordinationsproblem
    (Wie soll die Unterordnung des Militärs unter den politischen Willen der Gesellschaft sichergestellt werden?)
  60. 60Wie verlagern sich die Ziele der Armee aktuell?Da kein Krieg/Bedrohung: Von offiziellen zu Inoffiziellen Zielen
    -> Krise über Sinn Armee
  61. 61Erkläre das Kontrolldilemma moderner StreitkräfteErkläre das Kontrolldilemma moderner Streitkräfte
  62. 62Fasse das Kontrolldilemma moderner Streitkräfte zusammen• Dezentralisierung der Kriegsführung
    • Delegation von Kompetenzen nach Unten
    • Effiziente Koordination vs selbstständiges Handeln
    → Dillemma zwischen Auftragstaktik und Befehlstaktik
  63. 63Nenne Strukturspezifische Eigenheiten des Militärs• Kriegsfall gilt auch im Frieden als organisatorischer Massstab
    • Fehlender Individualraum, Dominanz des Kollektiv
    • Hoher Fragmentierungs und ritualisierungsgrad
    • Isolierung von der Gesellschaft (Zusammengehörigkeit)
    • Kastensystem mit absolutem Rangprinzip
    • Grosse Machtbefugnisse der Führung
  64. 64Was unterscheidet militärische von ziviler Führung1. Sie muss Handlungsmotivation erzeugen in Situationen, in denen die Geführten dem Risiko des eigenen Todes bzw. bleibender Schädigung ausgesetzt sind.
    2. Sie muss von Untergebenen Handlungen verlangen können, die im Zivilen als a-moralisch eingestuft werden (Überwindung psychologischer Hemmschwellen)
    3. Asymmetrie der Sanktionsmacht: Sie verfügt im Vergleich zur zivilen Führung über umfassende negative, aber nur schwache positive Sanktionsmittel.
    4. Führer müssen Charismatisch sein.
  65. 65Militär eine Organisation? Welche 3 Thesen gibt es• Unvergleichlichkeitsthese Militär unterscheidet sich immer von anderen sozialen Insitutionen
    • Zivilisierungsthese Militär ist prinzipell gleich wie andere soziale Institutionen
    • Konvergenzthese Militär hat spezifische Eigentümlichkeiten. Diese haben aber durch den technologischen und sozialen Wandel an Bedeutung abgenommen. Militär hat mehr und mehr zivile Züge
  66. 66Nenne weitere Unterschiede zwischen militärischer und ziviler OrganisationNenne weitere Unterschiede zwischen militärischer und ziviler Organisation
  67. 67Welche Gefahren der Über- Untertreibung der specificite militaire gibt esWelche Gefahren der Über- Untertreibung der specificite militaire gibt es
  68. 68Definiere SicherheitZustand, der frei von unvertretbaren Risiken der Beeinträchtigung ist oder als gefahrenfrei angesehen wird. Mit dieser Definition ist Sicherheit sowohl auf ein einzelnes Individuum als auch auf andere Lebewesen, auf unbelebte reale Objekte oder Systeme wie auch auf abstrakte Gegenstände bezogen.
  69. 69Nenne die 3 Begriffe welche Sicherheit reduzierenRisiken
    Bedrohungen
    Gefahren
  70. 70Erläutere RisikoUnsicherheiten als Folge von eigenen Entscheidungen oder solchen anderer Akteure, die nicht auf Beeinträchtigung Dritter abzielen (nicht vom Akteur abhängig, unbeabsichtigt)
  71. 71Erläutere GefahrUnsicherheiten, die von Entscheidungen sozialer Akteure unabhängig sind (Naturgewalten)
  72. 72Erläutere BedrohungUnsicherheiten, die durch andere Akteure gewollt verursacht werden
  73. 73Was beinhaltet der enge SicherheitsbegriffRolle der militärischen Mittel
    Drohung und Anwendung von Gewalt
    Strategische Studien
  74. 74Was beinhaltet der weite SicherheitsbegriffExistenzielle Risiken
    militärische, wirtschaftliche, politische, soziale, ökologische Faktoren
    Soziologie, Sicherheitspolitik
  75. 75Klassifiere die drei Ebenen der SicherheitIndividuum: Individuellpsychologische Sicherheit (Stabilität)
    Mikroebene: Zwischenmenschliche Sicherheit (Gewaltfreiheit, Berechenbarkeit, Normen/Regeln)
    Makroebene: Gesellschaftliche Teilsysteme (Ökologische, wirtschaftliche, politische SIcherheit)
  76. 76Welche Sicherheiten beinhaltet die MakroebeneÖkologische Sicherheit
    Wirtschaftliche SIcherheit
    Politische Sicherheit: innere Ordnung (Polizei), äussere Ordnung (Militär)
  77. 77Erläutere die Dimension von Sicherheit (Objektiv/Subjektiv)Erläutere die Dimension von Sicherheit (Objektiv/Subjektiv)
  78. 78Welche Sicherheiten gibt es in der Maslowschen PyramidePsychologisch-geistige Sicherheit (Sicherheit der Bedürfnisse höherer Ordnung)
    Politisch-soziale Sicherheit (Sicherheit der Bedürfnisse mittlerer Ordnung)
    Wirtschaftliche Grundsicherheit(Sicherheit der Bedürfnisse unterer Ordnung)
  79. 79Sicherheitspyramide nach Haltinger, EbenenSicherheit meiner Gemeinschaft
    Sicherheit in meiner Gemeinschaft
    Persönliche Sicherheit
  80. 80Wie wandelte sich der Sicherheitsbegriff in der moderneDurch die steigende technologische Eingriffstiefe in die natürliche und soziale Umwelt, die Individualisierung, Globalisierung und Raschheit des Wandelns, nimmt die Komplexität der Lebenswelt zu. Des wiederum hat einen Einfluss auf das Sicherheitsempfinden. Der Mensch akzeptiert zum Beispiel die selbstgewählten Risiken (z.B. Internet), er verändert die Risiko- und Unsicherheitswahrnehmung (z.B. aufbrechen der traditionellen Strukturen wie die Familie), aber auch die Akeptanz der fremdbestimmten Risiken (wie Technologie, Natur) sinkt.
  81. 81Wann kommt der erweiterte Sicherheitsbegriff etwa aufAb 2. Hälfte 20Jh.
  82. 82Nenne die 4 DImensionen des erweiterten SicherheitsbegriffesRaumdimension
    Gefahrendimension
    Sachdimension
    Referenzdimension
  83. 83Was beinhaltet die RaumdimensionGlobal
    International
    Regional
    National
  84. 84Was beinhaltet die GefahrendimensionRisiko
    Verwundbarkeit
    Bedrohung
  85. 85Was beinhaltet die ReferenzdimensionStaat
    Gesellschaft
    Individuum
  86. 86Was beinhaltet die SachdimensionMilitärisch
    Ökonomisch
    Ökologisch
    Humanitär
  87. 87Wie sieht die Grafik des erweiterten Sicherheitsbegriffes ausWie sieht die Grafik des erweiterten Sicherheitsbegriffes aus
  88. 88Wie sah die "Alte Bedrohung" aus und wo ist diese verankert→ nationale, regionale Dimension (territoriale Bedrohung, Souverenität, klassische Bedrohungen (Massenheere), Trennbarkeit innere und äussere Sicherheit: Polizei-Armee)
  89. 89Wie sieht die "Neue Bedrohung" aus und wo ist diese verankert→ globale, transnationale Dimension
    Diffuse, vernetzte Risiken (→ diffuse, vernetzte Risiken, fehlende Trennung Polizei-Militär, Abwesenheit territoriale Bedrohung)
  90. 90Nenne neue Risiken- Bewahrung demokratischer Werte/Bewältigung der gesellschaftlichen Multikulturalität
    - Proliferation von WMD
    - Privatisierung von Sicherheit
    - Datensicherheit
    - Mobilitätssicherheit
    - Ökologie
    - Terrorismus und Fundamentalismus
    - Internationale Wettbewerbsfähigkeit
  91. 91Was charakterisiert die neuen Risiken- Vernetzt, diffus
    - Fehlende Trennbarkeit äussere-innere Sicherheit (Polizei/Militär)
    - Abwesenheit territorialer Bedrohung
  92. 92Gesellschaft, Moderne und Sicherheit. Nenne Aspekte und KonsequenzenGesellschaft, Moderne und Sicherheit. Nenne Aspekte und Konsequenzen
  93. 93Erläutere das Spannungsverhältnis zwischen Sicherheit und FriedenWunsch nach grösstmöglicher Sicherheit einerseits und möglichst weitgehender Freiheit andererseits stehen in einem starken Zusammenhang (Maximierungsbedürfnis). Jedoch geht das eine Zu lasten des anderen. Sicherheit schränkt Freiheit ein. Freiheit reduziert Sicherheit.
  94. 94Welchem Trend folgt das Spannungsverhältnis Sicherheit-Frieden Heute und welche Gefahr beinhaltet diesDie individuelle Freiheit verliert ihre Bedeutung zu Gunsten von auf Sicherheit basierenden Vorstellungen wie Gleichheit und Solidarität. Gefahr des überbordenden, kontrollierenden Sozialstaates (auch eine Furcht des Individuums).
  95. 95Nenne Beispiele wie der Staat als Grundgarant der Sicherheit wirkt− Grundeinkommen für alle
    − Obligatorische Krankenkasse
    − Gurttragepflicht
    − Rauchverbot in Restaurants
    − Helmtragepflicht
    − Ausweis für Kinderbetreuung
    − Staatliche Kinderkrippen
    − „Fettverbot“
    − Einschränkung von Alkoholkonsum und –verkauf
    − Ferien in USA / CAN
    (Alle diese Massnahmen schränken Freiheiten ein)
  96. 96Nenne die These zur Sicherheit, die Folgen und die ErkenntnisZunehmende Bedrohung von Sicherheit und Freiheit durch nicht staatliche Akteure
    → Ruf nach Schutzfunktion durch den Staat (Führt zu einem Paradox, da absolute Sicherheit nicht herstellbar, würde Stillstand bedeuten).
    Erkenntnis: Es geht nicht mehr um die Garantie von Sicherheit, sondern um die grösstmöglichste Reduktion von Unsicherheit
  97. 97Welche 3 Sicherheitstrends gibt esVernetzung des Sicherheitsbegriffs (Verschiebung des Sicherheitsfokus von der Kontrolle über Dinge und Raum (Eigentum, Staatsgebiet) zur Kontrolle über die komplexe sozio-politischen und technischen Netzwerken und Systemen)
    Sicherheitsrelevante Folgen sozialer Pluralisierung (vom Vaterland zum Mutterland; von der Gefahrenabwehr zu Wohlfahrtspflege)
    Folgen von Globalisierung und Migration (Differenzen auf Ebene der Zivilisationen und Kulturen werden stärker)
  98. 98Unterschiede zwischen Polizei und MilitärUnterschiede zwischen Polizei und Militär

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BLG 15 Herbstsemester
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kessler_m
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