Karteikarten
StEOP '17 Methodologie _ 1
Karten in diesem Stapel (87)
- 1Wissenschaftein System von Regeln und Konventionen, über die innerhalb der scientific community Konsens besteht.
- 2Was vermag das System der Wissenschaft?Dieses System vermag zu bestimmen, über welche Sätze als adequate Beschreibung der Wirklichkeit akzeptiert werden können, sowie welche Sätze zweiter Ordnung man aus diesen Sätzen ableiten darf.
- 3WissenschaftstheorieDie Theorie von der Wissenschaft überhaupt (nach Seiffert)
- 4MethodologieDie Lehre von den Prinzipien und Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens und Forschens.
- 5Methodologie - WissenschaftstheorieDie Logik der Forschung deckt sich weitgehen mit der Wissenschaftstheorie, sie steckt Möglichkeiten und Grenzen des wissenschaftlichen Arbeitens ab.
- 6Sozialwissenschaftempirische Wissenschaft, objektiv beschreibare Phänomene des gesellschaftlichen Zusammenlebens (z.B. Werte und Normen)
- 7objektiv beschreibbare Phänomenewissenschaftlicher Tatbestand
- 8objektivstreng sachlich, nicht gefühls-, wert- oder einstellungsbasiert
- 9sozialwissenschaftliche Methodologiewissenschaftliche Methoden und deren Entwicklung mit dem Ziel, wissenschaftliche Erkenntnis systematisch und intersubjektiv wahrnehmbar zu machen
- 10systematischnach bestimmten Regeln, methodisch kontrolliert, transparent und theoretisch formuliert
- 11Wozu betreiben wir Sozialwissenschaft?s. Durkheim; Wissenschaftstheorie für Einsteiger
- 12Realität - AlltagserfahrungWir entwickeln Alltagstheorien um unser Umfeld zu verstehen - sind nur ein Bruchteil der tatsächlichen Realität. Wir müssen gewisse Regeln aufstellen, um die Realität nicht jeden Tag neu verstehen zu müssen.
- 13ErfahrungswissenschaftDie Wahrnehmung über die Realität wird als Basis für die Geltung ihrer Aussagen herangezogen.
- 14Möglichkeiten der Erkenntnis der objektiven Realität- erkenntnistheoretischer Realismus
- erkenntnistheoretischer Konstruktivismus - 15wissenschaftliche BeobachtungRealität durch systematische Beobachtung in entsprechende wissenschaftliche Theorie abgeleitet - Forscher präsentiert Ergebnisse - Kreislauf des wissenschaftlichen Arbeitens gegeben --> Ergebnisse werden wiederum in neuen Theorien verwendet
- 16KausalitätsprinzipEreignisfolgen laufen immer nach gleichbleibenden Regeln ab. Für jedes Ereignis gibt es eine oder mehrere Ursachen.
- 17Was ist die Anforderung an die Wissenschaft?Zusammenhänge aufdecken
- 18Richtung der Zusammenhänge- Ursache und Wirkung + Einflüsse
- unabhängige (exogene) und abhängige (endogene) Variable + intervenierende Variable - 19EmpirieKontrollierte, direkte oder indirekte Wahrnehmung mittels Beobachtungs und Messinstrumenten
- 20analytisch-nomologischregelgeleitet, nachvollziehbar, nachprüfbar
- 21interpretative Sozialwissenschaft- Prinzip der Offenheit
- Annahmen/Fragen sollen lediglich die Aufmerksamkeit sensibilisieren
- Situationsbedeutung im sozialen Feld - 22empirische Vorgangsweiseunterstellt einen Bezug zwischen wissenschaftlichen Theorien (inkl. aller Komponenten: Begriffe, Definitionen, Aussagen, logische Verknüpfungen) und der Wirklichkeit
- 23Wie heisst dieser Bezug Theorie und Wirklichkeit?Korrespondenz
- 24Émile Durkheim15.04.1885 in Épinal (Lothringen) bis 15.11.1917 in Paris
- Philosophiestudium
- Professor der Sozialwissenschaft
- Professor der Pädagogik und Soziologie - 25"Die Regeln der soziologischen Methode"- Kritik am methodologischen Individualismus
- Gesellschaftsbegriff
- Methodologische Regelung für die soziologische Forschung - 26Theorienbildung bei Durkheim?- Wie entstehen empirische Daten in der Soziologie?
- Trennung von psychologischen und sozialen Phänomenen - 27soziologischer Tatbestand?„(...) jede mehr oder minder festgelegte Art des Handelns, die die Fähigkeit besitzt, auf den Einzelnen einen äußeren Zwang auszuüben; oder auch, die im Bereiche einer gegebenen Gesellschaft allgemein auftritt, wobei sie ein von ihren individuellen Äußerungen unabhängiges Eigenleben besitzt.“[
- 28sozialer Tatbestand =- festgelegte Handlungsart
- übt auf Einzelnen Zwang aus
- besitzt unabhängiges Eigenleben von individuellen Äußerungen
-tritt auch im Bereich gegebener Gesellschaft allgemein auf - 29sozialer Zwang"... alles, was real ist, hat eine bestimmte Natur, die einen Zwang ausübt, mit der man rechnen muss und die niemals überwunden wird. (...) Das ist im Grunde das Wesentlichste am Begriff des sozialen Zwanges. Sein Inhalt erschöpft sich darin, dass die kollektiven Handlungs- und Denkweisen eine Realität außerhalb der Individuen besitzen, die sich ihnen jederzeit anpassen müssen."
- 30soziale Tatsache - sozialer Tatbestand- von Emile Durkheim geprägte Kategorie zur Entwicklung einer eigenständigen soziologischen Theorie
- Abgrenzung von der Psychologie - 31Wie sollte man laut Durkheim soziale Tatbestände behandeln?Soziale Tatbestände sollen wie Dinge behandelt werden.
- 32psychische Erscheinungennaturgesetze Zustände des Subjekts und nicht von ihm zu trennen
- 33soziale Phänomeneviel ungezwungenere und unmittelbarere dringliche Eigenschaften
- 34KollektivvorstellungenArt, wie sich die Gruppe ihre Beziehungen mit den sie affizierenden Gegenständen denkt.
- 35Die Natur sozialer Phänomenesoziale Erscheinungen stehen außerhalb des Individuums (die Tatsachen, das individuelle Leben und das kollektive Leben sind heterogen (=uneinheitlich, intern gegliedert)
- 36Vorraussetzung für den Soziologen laut DurkheimDer Soziologe muss beim Vordringen in die soziale Welt das Bewusstsein haben, dass er ins Unbekannte vordringt
- 37Entwicklung der Soziologie/wichtige Vorraussetzungen- muss aus subjektiven Zustand hinauswachsen und objektiv werden
- Empiristen wie Rationalisten bedienen sich der Introspektion - 38Fakten: soziale Tatbestände- sind schon da, wen ein Mensch geboren wird
- werden anerzogen
- üben sozialen Druck aus
- können vom Individuum nicht verändert werden
- treten in der Gesellschaft allgemein auf
--> müssen durch phänomenale Wirklichkeit und losgelöst vom Subjekt betrachtet werden - 39Regeln der Sozialwissenschaft I1. Es ist notwendig, alle Vorbegriffe systematisch auszuschalten
- 40Regeln der Sozialwissenschaft II2. Immer ist zum Gegenstand der Untersuchung nur eine Gruppe von Erscheinungen zu wählen, die zuvor durch gewisse äußere gemeinsame Merkmale definiert worden ist; in die gleiche Untersuchung sind alle Erscheinungen einzuschliessen, die der Definiton entsprechen.
- 41Regeln der Sozialwissenschaft III3. Sobald also der Soziologe die Erforschung irgendeiner Gattung soziologischer Tatbestände in Angriff nimmt, muss er sich bestreben, sie an einem Punkt zu betrachten, wo sie sich von ihren individuellen Manifestationen losgelöst zeigen.
- 42"Die Regeln der soziologischen Methode I"Die erste und grunlegendste Regel besteht darin, die soziolgischen Tatbestände wie Dinge zu betrachten.
- 43"Die Regeln der soziologischen Methode II"Das Nachdenken geht der Wissenschaft voraus. Der Mensch kann nicht inmitten der Dinge leben ohne sich Gedanken über sie zu machen.
- 44"Die Regeln der soziologischen Methode III"Anstatt die Dinge zu beobachten/beschreiben/vergleichen, beschäftigen wir uns mit dem Bewusstwerden der Idde, der Analyse --> anstelle von Wissenschaft wird ideologische Analyse betrieben
- 45ideologische Analyse nach DurkheimTatsachen sind nur sekundär relevant aber nicht Gegenstand der Wissenschaft. Diese geht von den Ideen an die Dinge (und nicht von den Dingen zu den Ideen).
- 46"Die Regeln der soziologischen Methode IV"Vorstellung/Begriff ist nicht gleich Wissenschaft. Begriffe sind wie Schleier die sich zwischen die Dinge und uns legt - wir können sie nicht mehr erkennen.
- 47"Die Regeln der soziologischen Methode V"Wir meinen, Begriffe enthalten das Wesentliche der Wirklichkeit, weil wir sie mit der Wirklichkeit verwechseln.
- 48notiones vulgares/praenotionesstehen an Stelle der Tatbestände - entstellen das wahre Aussehen der Dinge und doch nehmen wir sie als die Dinge selbst wahr
- 49"Die Regeln der soziologischen Methode VII"soziale Verhältnisse werden nur durch Menschen verwirklicht, sie sind das Erzeugnis menschlicher Tätigkeit
- 50"Die Regeln der soziologischen Methode VIII"Die Realität sozialer Tatbestände ist erkennbar, weil ein Widerstand spürbar ist, sobald wir aus ihnen ausbrechen wollen.
- 51"Die Regeln der soziologischen Methode IX"Die Soziologie handelete 'bis jetzt' nicht von den Dingen, sonder von Begriffen.
- 52"Die Regeln der soziologischen Methode X "Entwicklung der Menschheit (bei Spencer) kann nur Gegenstand der Untersuchung werden, wenn als Idee aufgefasst.
- 53Beispiel für Verkennen der RealitätBsp: Spencer geht von Gesellschaft bei Vereinigung von Individuen aus - definiert wird eigentlich seine Vorstellung von Gesellschaft
- 54VulgärbegriffTatsachen spielen die Rolle von Beweisen und es kommt zur unwissenschaftlichen Definierung von Begriffen
- 55"Die Regeln der soziologischen Methode XI"wissenschaftliche Methoden erfordern, sich dem Gebrauch eines BEgriffes zu enthalten bis dieser wissenschaftliche geklärt ist --> kommt aber bei Soziologie oft nicht vor --> ideologischer Charakter
- 56Beispiel für "Wissenschaft mit ideologischem Charakter" IBsp. Ethik: befasst sich nicht mit Dingen, sondern Ideen/Gedanken
- 57Beispiel für "Wissenschaft mit ideologischem Charakter" IIBsp. Nationalökonomie: besteht nicht aus realen Dingen sondern Vorstellungen, die angenommen werden umd gewünschtes Ergebnis zu erreichen
- 58"Die Regeln der soziologischen Methode XII"Eine Theorie kann nicht aufgestellt werden, wenn der Bereich der Theorie nicht ausreiched untersucht ist.
- 59Probleme bei "ideologischem Charakter"sowohl bei Nationalökonomie als auch Ethik ist Anteil der wissenschaftlichen Forschung sehr beschränkt, hoher Anteil an Praxis (z.B. wird nicht dargestellt, was oberstes Gesetz der Moral ist, sondern was es sein sollte)
- 60"Die Regeln der soziologischen Methode XIII"logische Erklärungen - drücken Beziehungen aus, wie sie sich in Wirklichkeit abspielen und nicht Art und Weise, wie sie sich abspielen sollen
- 61Warum muss man soziale Erscheinungen wie Dinge behandeln?Sie sind die einzigen Gegebenheiten, die sich der Soziologie bieten. Ein Ding ist alles, was gegeben ist. Wir wissen nicht a priori, welche Ideen am Ursprung stehen, sondern müssen es zurückverfolgen.
- 62Wie muss man soziale Erscheinungen betrachten?Losgelöst vom Subjekt und von aussen, als Dinge der Aussenwelt.
- 63wichtigste Regel für SoziologenDer konventionelle Charakter einer Sitte oder einer Institution darf niemals vorausgesetzt werden!
- 64Woran erkennt man ein Ding hauptsächlich?Es lässt sich durch bloßes Wollen nicht verändern.
- 65Wieso Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie?eigentlich einfach: einerseits muss Theorie sagen können, warum sie wie argumentiert. Andererseits muss sie ihren Gegenstand vollständig erfassen (keine Lücken, Unstimmigkeiten)
- 66selbsterzeugter 'doppelter' Druck auf TheorieLeistungsdruck: Gegenstand vollständig erklären wollen/müssen
Legitimationsdruck - 67metha-theoretische AbsicherungWo Theorie aufgestellt wird, entwickelt sich parallel Theorie der Erkenntnis, eine Metha-Theorie, die Anspruch der Theorie klärt und begründet
- 68Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie sind also...... der zwangsläufige Effekt theoretischer Ansprüche.
- 69"Wissenschaftstheorie für Einsteiger I"Wir können Welt nie vollständig erfassen (nicht enstprechende Möglichkeiten wie Aufmerksamkeit vorhanden)
- 70Alltagsbewusstseinunsere Weltsicht ist bestimmt durch die Aufgabe der Aufrechterhaltung von Handlungsfähigkeit und wird dabei gesteuert durch Prinzipien der Egozentrik und Verwendung von Routinen
- 71EgozentrikEntlastungsmechanismus; wir sehen Welt perspektivisch so, wie sie sich für uns darstellt. Dadurch beschränkt sich unsere Weltsich auf wenige Aspekte, die einfach bearbeitet werden können.
- 72RoutineEntlastungsmechanismus; Intepretationsschema, das situative Bedingungen mit Intentionen und Handlungsmustern verknüpft. Quasi selbst entwickelte, künstliche Instinkte: basieren auf Erfahrung/Bewährung und erlauben halbautomatisches Handeln
- 73ReflexionAlltagsbewusstsein kann sich umstellen, sobald Schwierigkeiten oder interessante Themen auftrete. Dann kann reflektiert werden - mögliche Ursachen, mögliche Lösungen. Hat aber Grenzen weil unterliegt Handlungszwang
- 74D.h. was ist der Charakter des Alltagsbewusstsein?Doppelprozessor; es kann sowohl mit Vereinfachungen als auch mit Differenzierung arbeiten
- 75soziale Institutionalisierungermöglicht Reflexion, die sich nicht auf individuelle/situative Verarbeitungskapazitäten beschränkt - Themenhorizont und Thematisierungsmethoden weiten sich aus
- 76TheorieTheorie ist die Form, die Reflexion entwickeln kann, wenn sie sich von Zwängen der Praxis lösen kann - und wird dadurch zu Motor der Professionalisierung, Differenzierung und Neuentwicklung der Praxis. Theorien sind quasi Idealform institutionalisierter Reflexion.
- 77Inwiefern ist Institutionalisierung von Reflexionen auch ein sozialer Prozess?wird von externen Faktoren und innerer Dynamik bestimmt; hängt von jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab
- 78WissenschaftWissenschaft ist (so gesehen) ein Sonderfall institutionalisierter Reflexion
- 79Wie muss sich Theorie präsentieren?Theorie muss sich als logisch begründet präsentieren, die sich ihrerseits theoretisch begründet. Theorie hat Anspruch auf objektive Erkenntnis.
- 80"Wissenschaftstheorie für Einsteiger II"- Menschen wie Gesellschaften sind wissensbasierte Systeme; müssen Welt kognitiv bearbeiten in dem sie Information interpretieren und so Wissen erzeugen
- 81Wie ändert sich Reflexion durch soziale Institutionalisierung?Improvisation wird durch systematische Auswertung und Untersuchung ersetzt. Befunde werden methodisch kontrolliert und mit Theorien zum Ausdruck gebracht.
- 82"Wissenschaftstheorie für Einsteiger III"Methodische Kontrolle und theoretische Formulierung bedeuten eine Einengung und Disziplinierung von Interpretationen, während sich ihre Präzision erhöht.
- 83"Wissenschaftstheorie für Einsteiger IV"Alle Theorien setzen ein stabilsierendes Umfeld voraus. Theorien und auch Erkenntnistheorien sind auch Ausdruck der Verhältnisse, aus denen sie hervorgehen und auf die sie wirken.
- 84Unterschied Erkenntnistheorie und WissenschaftstheorieErkenntnistheorie: beschäftigt sich mit genereller Frage , wie Erkenntnis möglich ist und funktioniert
Wissenschaftstheorie: widmet sich der speziellen Problemlage der Sonderform WIssenschaft - 85Was muss Erkenntnistheorie leisten?Erkenntnistheorie muss die Logik von Erkenntnis klären
- 86Was muss Wissenschaftstheorie leisten?Wissenschaftstheorie muss die Funktionsweise einer besonderen Form von institutionalisierter Erkenntnis erfassen und begreifen
- 874 Dimensionen von Erkenntnis- Konstitution von Erkenntnis (durch logische/empirische Welt und ihre Bestandteile/Bedingungen)
- Produzenten und Träger von Erkenntnis (ihre Leistung)
- Konstitution des Gegenstands (Objekt der Reflexion, Definition eines Themas aus der Welt)
- Prozessieren mit dem Gegensatnd bis zur Erzeugung von Erkenntnis und Wissen
- Auswirkungen von Erkenntnis und Wissen auf die Welt und den Träger der Erkenntisproduktion
Informationen
- Beschreibung
- Soziologie (StEOP Univie'17_Methodologie) Karteikarten am StEOP '17 Methodologie _ 1, erstellt von Cat Fischer am 25/05/2017.
- Erstellt von
- Cat Fischer
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