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Flashcards

Differentielle Psychologie

Henriette Schneider German 5.0Average rating 5.0 out of 5 (1 rating) 200 cards

Cards in this deck (200)

  1. 1Wovon ist menschliches Erleben und Verhalten abhängig?Eigenschaften, sozialen Bedingungen, situative Kontexte
  2. 2Was hat eine spezielle Bedeutung für das soziale Gefüge? (mit Beispiel)Psychische Differenzen
    z.B. individuelle Besonderheiten der Stimmungslage o. des Affektausdrucks: wichtige Informationsquelle für interpersonelle Kommunikation u. Zusammenleben in Gruppen
  3. 3Beispiel: Differenzierte LeistungsgesellschaftAnnahme, dass nicht alle Mitglieder der Gesellschaft alle anfallenden Aufgaben gleich gut bewältigen können: Deshalb gezielte Platzierung unter Angleichung von Anforderungsaspekten und Qualifikationsmerkmalen
  4. 4Was spiegelt sich im Wortschatz der Alltagssprache wieder ?Aufmerksamkeit, die individuellen Eigenarten in der alltäglichen Selbst- und Fremdwahrnehmung zuteil wird (umfangreich u. hochgradig differenziert zur Beschreibung v. menschlicher Erlebnis- und Verhaltensvariation)
  5. 5Differentielle Psychologie - Definition.. erforscht Unterschiede im Erleben und Verhalten von einzelnen Menschen und Menschengruppen
  6. 6Wovon sind diese Unterschiede abhängig?1) Eigenschaften der Person
    2) soziale Bedingungen
    3) situative Kontexte
  7. 7Fokus dieser empirischen Wissenschaft1) systematische Erlebens- und Verhaltensvariationen
    2) die grundsätzlich reproduzierbar sind und sich
    3) von zufallsbedingten Unterschieden (=Messfehlern) abgrenzen lassen
  8. 8Beginn der PsychologieGründung des ersten Instituts für "Experimentelle Psychologie" 1879 durch Wilhelm Wundt in Leipzig
  9. 9Begründer der differentiellen PsycholgieWilliam Stern
  10. 10Buch von William Stern"Über Psychologie der individuellen Differenzen": Idee einer DP mit empirisch-statistischen Ansatz; erste systematische Begründung u. Darstellung der Differentialpsychologie: wegweisend !
  11. 11Forschungshinhalte Experimentelle Psychologie vs. Differentielle Psychologie (damals)Allgemeine Psychologie: universelle Gesetzmäßigkeiten (nomothetische Gesetzgebung)
    Differentielle Psychologie: Erfassung individueller Besonderheiten (ideographisch)
  12. 12Sander'sche ParallelogrammtäuschungAllgemein: In Abhängigkeit der Längen v. L u. R fällt T% unterschiedlich aus
    Differentiell: Ausmaß von T% unterscheidet sich in unterschiedlichen Gruppen (bei weißen Vpn höher als bei Schwarzafrikanern)
  13. 13Allgemeine Psychologie: Was sind individuelle Unterschiede ?Messfehler
  14. 14Differentielle Psychologie bzgl. Sander'sche ParallelogrammtäuschungAussagen, welche die Ursachen u. Entstehungsbedingungen von individuellen Schwankungen bei Personen(-gruppen) um Inhalt haben.
  15. 15Allgemeine Psychologie vs. Differentielle Psychologie (heute)wichtige, methodisch komplementäre Ergänzung in der Erforschung zeitlich und transsituativ stabiler Verhaltensweisen
  16. 16Allgemeine Psychologie - Messfehlermögl. systematische Variationen
    inhaltliche Aufklärung durch differentielle Psychologie: feinere Abstufung hinsichtl. ihres Geltungsbereichs; bessere Prognosemöglichkeit
  17. 17Was ermöglicht das Zusammenspiel von differentieller und allgemeiner Psychologie?Relevante Abweichungen von allgemeinpsychologischen Gesetzmäßigkeiten aufzuzeigen
  18. 18Womit befasst sich die empirische Wissenschaft (Erfahrungswissenschaft) der differentiellen Psychologie ?.. mit den Ursprüngen, der Beschaffenheit und der Beeinflussbarkeit von verhaltensrelevanten psychischen Unterschieden zw. Individuen und Gruppen
  19. 19Differentialpsychologische FragestellungenNicht nur Unterschiede zw. Personen/-gruppen zu einem geg. Zeitpunkt (Querschnittsbetrachtung), sondern auch Unterschiede innerhalb einer Person (Personengruppe) zu mehreren Zeitpunkten bzw. Situationen (Längsschnittbetrachtung)
  20. 20Womit befasst sich die Differentielle Psychologie?.. mit den Ursprüngen, der Beschaffenheit und der Beeinflussbarkeit von verhaltensrelevanten psychischen Unterschieden zwischen Individuen und Gruppen
  21. 21Was ist der Gegenstand der Differentiellen Psychologie (bzw. wie kann er beschrieben werden) ?Wissenschaftliche Erforschung systematischer Variationen im Erleben und Verhalten einer Person (intraindividuelle Unterschiede) und zwischen Personen (interindividuelle Unterschiede)
  22. 22Welche Eingrenzung ist dabei wichtig?EINGRENZUNG auf systematische Erlebens- und Verhaltensvariationen, welche grundsätzlich reproduzierbar sind, sowie die AUSGRENZUNG zufallsbedingter Variationen, die aus Mess-u/o. Beobachtungsfehlern stammen
  23. 23Worin besteht ein enger Zusammenhang ?Methoden bzw. Methodenentwicklung der Differentiellen Psychologie und Testtheorien (= Daten- und Messtheorien, welche systematischer Variationsquellen v. unsystematischen (zufälligen) Fehlern separieren
  24. 24Abgrenzung des Begriffs der differentiellen Psychologie v. Terminus Persönlichkeitspsychologie= uneinheitlich; manchmal Synonym; manchmal Differentielle Psychologie als Oberbegriff; Unterscheidung zw. Leistungsbereich und Persönlichkeitsbereich: analog zu Unterteilung psychodiagnostischer Erhebungsinstrumente
  25. 25Was ist nicht Gegenstand der differentiellen Psychologie?pathologische Merkmale und Dispositionen (Schizophrenie etc.)
  26. 26Welche zwei wichtigen Voraussetzungen für differentialpsychologische Forschung gibt es ?Bei allen Merkmalen, die sich zur Charakterisierung v. Menschen eignen, muess es sich um
    1) quantifizierbare Merkmale handeln
    2) eine Streuung der Merkmalsausprägung gegeben sein
  27. 27Quantifizierbare Merkmaleverlangen präzise Definitionen, was man unter einem Merkmal versteht und wie man dieses messen kann
  28. 28Operationalisierung (quantifizierbare Merkmale)Eindeutige Beschreibung durch jene Operationen (Messvorschriften), die zur konkreten Erfassung des Merkmals vom einzelnen Forscher definiert werden
  29. 29gegebene Streuung der Merkmalsausprägungthematisiert die Sinnhaftigkeit differentialpsychologischer Fragestellungen
    z.B. "Müssen sie regelmäßig schlafen?"
    -> kaum Varianz in den Antworten
  30. 30Was ist Grundlage und Voraussetzung für alle Forschungsaktivitäten ?Differentiell-psychologische Methodenentwicklung
  31. 31Wie viele Hauptfragestellungen ergeben sich aus der Zielsetzung der differentiellen Psychologie?Fünft Hauptfragestellungen, vier davon stellen die klassisch-methodische Zugänge nach W. Stern dar
  32. 32Differentiell-psychologische Methodenentwicklung - enge Beziehung wozu ?Psychologische Diagnostik (Erfassung systematischer Variationen im Erleben und Verhalten)
  33. 33Was soll hingegen als differentiell-psychologische Methodenentwicklung bezeichnet werden?1) Entwicklung und Evaluierung neuer Erhebungsmethoden (Tests, Fragebogen)
    2) Ausarbeitung formaler Modelle und Methoden zur psychometrischen Qualitätskontrolle dieser Erhebungsmethoden (Gütekontrolle im Rahmen sog. Testtheorien)
  34. 34Wiener Forschungsschwerpunkt ?Seit Gründung des Instituts durch Karl Bühler (1922): Angewandte Psychometrie (Testanwendungen- und entwicklungen) sowie theoretische Psychometrie (Erforschung testtheoretischer Grundlagen und Entwicklung neuer testtheoretischer Modelle und Methoden)
  35. 35Grenzen der Interpretierbarkeit differantialpsychologischer Ergebnisse.. hängen eng mit der (testtheoretischen) Qualität des verwendeten Messinstruments (Tests) zusammen: siehe Beispiel Skrip -> dimensionsbezogener Unterschied ?
  36. 36Wie klärt man diese "Interpretationsprobleme" ?.. mit diversen Qualitätsprüfungsverfahren
    Ergebnis: Entwicklung eindimensionaler, verrechnungsfaire Testinstrumente
  37. 37Die vier methodischen Zugänge nach William Stern (1911)Psychographie, Komparationsforschung, Variationsforschung, Korrelationsforschung (evt. weitere Erklärung)
  38. 38Variationsforschung + BeispielWie unterscheiden sich Personen bzw. Personengruppen in einem Merkmal: Varianz der Ausprägung eines Merkmals
    Beispiel: Geschlechts- o. kulturvergleichende Untersuchungen
  39. 39Intraindividuelle Schwankungenzeitliche bzw. situative Schwankungen d. Erlebens und Verhaltens
  40. 40Wie werden intraindividuelle Schwankungen dargstellt und von wem ?Cattell: dreidimensionale Darstellung in Form eines Datenquaders
  41. 41Varianzforschung (heute)Frage nach umwelt- bzw. erbbedingten Varianzteilen: Stichproben eineiiger oder zweieiiger Zwillinge u. deren unterschiedl. Merkmalsvarianz
    -> Untersuchung nach Kausalzusammenhängen in der differentiellen Psychologie
  42. 42KorrelationsforschungBehandelt Fragen, wie Eigenschaften miteinander zusammenhängen: statistischer Zusammmenhang (Ähnlichkeit) von zwei oder mehreren Merkmalen, für die von denselben Personen Daten vorliegen (abhängige Daten)
  43. 43Korrelationsforschung - BeispieleZusammenhang Lügen - Stehlen; Schulleistung in Physik und Mathematik
  44. 44Wie wird Korrelationsforschung durchgeführt ?Unter Einbezug der Zeitdimesion werden Merkmale einer Person über eine Reihe von Situationen hinweg verglichen
  45. 45Korrelationsforschung - HistorieSeit mehr als einem halben Jahrhundert nehmen sie einen besonders breiten Raum innerhalb der differentiellen Psychologie ein
  46. 46Korrelationsforschung - Beispiel eines speziellen mathematisch-statistischen Verfahrens (wichtigstes)Faktorenanalyse
    Ziel: aus vielen Einzelkorrelationen nur wenige, wesentliche Faktoren herauszufiltern;
    Großer Einfluss auf Entwicklung sog. Intelligenz- und Persönlichkeitstheorien
  47. 47Psychographie (allgemein)- älteste der vier methodischen Zugänge
    - Analogon zur Variationsforschung
    - Personen statt Merkmale als primäre Erhebungseinheit!
  48. 48Psychographie - Ziel (früher u. heute)Beschreibung von Einzelindividuen in Bezug auf viele Eigenschaften
    früher: fehlende bzw. besonders ausgeprägte Merkmale (Künstler,etc.)
    heute: Vollständigkeit der Beschreibungsdimensionen
  49. 49Psychographie - Voraussetzungen- verfeinerte Erhebungsmethoden (tests, Fragebögem, etc.), die aussagekräftige Profilinterpretationen ermöglichen
    - bzgl. der interessierenden Merkmalsdimension präziser gefassten Fragestellungen (Arbeitsplatzanalyse, Anforderungsprofile)
  50. 50Psychographie - AnwendungsbereicheAngewandtes Fach Psychologische Diagnostik (Berufs- und Eignungspsychologie, Beratungsinstitutionen) & klinische Psychologie
    Beispiel: HAWIE "Allg. Intelligenzhöhe" & "Intelligenzstruktur"
  51. 51KomperationsforschungBestimmung der Ähnlichkeit zw. zwei oder mehreren Personen, die durch eine Reihe von Merkmalen charakterisiert sind: Identifizierung von Personen(-gruppen), die sich in Bezug auf viele Merkmale ähnlicher sind als andere
  52. 52Komperationsforschung - Nutzen bzw. BeispielBegabungs- oder Interessensschwerpunkte finden o. Risikogruppen ausfiltern
  53. 53Typologie von Kretschmer (1921)Körperbautypen werden mit gewissen Charaktereigenschaften in Verbindung gebracht
  54. 54Komperationsforschung - neure MethodenClusteranalyse, Latent Class Analyse, Konfigurationsfrequenzanalyse: Personen werden nach ihrer Ähnlichkeit in interessierende Merkmale zu einem Typus (Cluster) so zusammengefasst, dass Merkmalsunterschiede zw. den Personen desselben Typs kleiner sind als jene zw. Personen mit verschiedener Typzugehörigkeit
  55. 55Erweiterung des Stern'schen Schemas durch Cattell(1957)
    Erweiterung mit Dimension "Situationsabhängigkeit v. Verhalten"
  56. 56Was ergibt sich aus dieser Erweiterung?6 unterschiedliche Betrachtungsweisen von Zusammenhängen ("Korrelationstechniken") innerhalb der differentiellen Psychologie
    -> Bezeichnung durch Großbuchstaben
  57. 57Differentialpsychologische Fragestellungenergeben sich damit aus .. ?.. der Betrachtung von Zusammenhängen zwischen (1) Personen und Merkmalen (in einer Situation): Q-, R-Technik
    (2) Personen und Situationen (hinsichtl. eines Merkmals): S-, T-Technik &
    (3) Merkmalen und Situationen (einer Person): O-,P-Technik
  58. 58Cattell's SchemaKLÄRUNG!!!
  59. 59Was wird durch "Typisierung" versucht ?Personen nach Ähnlichkeit hinsichtlich wesentlich erscheinender Merkmale zu gruppieren
  60. 60Was ist das Hauptproblem historischer Typologien ?Methoden und Kriterien, um eine eindeutige Platzzuweisung des einzelnen vorzunehmen
  61. 61Wie versucht man dieses Problem heute zu lösen ?Durch statistische Typisierungsverfahren: Personen werden nach ihrer "Ähnlichkeit" zu einem Typus im interessierenden Merkmal derart zusammengefasst, das Merkmalsunterschiede zwischen Personen desselben Typus kleiner sind ...
  62. 62Historische Beispiele von TYPOLOGIENHippokrates: Gruppierung der Individuen durch Vorherrschen eines "Körpersafts" in vier Temperamente: Sanguiniker (Blut), Phlegmatiker (Schleim), Choleriker (gelbe Galle) & Melancholiker (schwarze Galle)
  63. 63Historische Beispiele von TYPOLOGIENKretschmer: Charaktertypologie aufgrund von Konstitutionstypen (pyknisch, athletisch, etc.)
  64. 64Historische Definitionsversuche von TYPUSStern: Typus = vorwaltende Disposition psychischer o. psycho-physischer Art die einer Gruppe von Menschen in gleicher Art zukommt
    Rohracher: durch Merkmalskomplex charakterisierte Gruppe; Einzelmerkmale können im verschied. Grad vorhanden sein
  65. 65Welche beiden zentralen Forschungsansätze lassen sich aus der Stern'schen Personen x Merkmals-Matrix ableiten ?(a) aus Komperationsforschung -> typologischer Ansatz
    (b) aus Korrelationsforschung -> das Eigenschaftsmodeel (Trait-Modell)
  66. 66Eigenschaftsmodell (Trait-Modell)Auf jeder Eigenschafts-Dimension beliebig feine Abstufungen möglich und messbar, sodass aus der Kombination mehrerer Dimensionen präzise Charakterisierungen u. vielschichtige Differenzierungen der Persönlichkeitsbeschreibung resultieren
  67. 67Voraussetzungen u. Vorteil des EigenschaftsmodellsVoraussetzung: Quantifizierbare Eigenschaften (Traits o. Faktoren)
    Vorteil: Ökonomie der Beschreibung (mit weniger Persönlichkeitsfaktoren lassen sich mehr Personen eindeutig charakterisieren)
  68. 68Problem des EigenschaftsmodellsKommunikation über Traits (alltagssprachliche Begriffe haben großen "Bedeutungshof" -> implizite Hypothesen)
    Forderung Bridgman: hinreichend genaue Operationalisierung der Traits
  69. 69Beziehung zwischen den beiden ForschungsansätzenEysneck:
    Affektivität mittels zweier Dimensionen (Traitmodell) - ermittelt an vielen Personen
    Gegenüberstellung mit Ansatz von Hippokrates: jeweils niedrige bis mittlere Faktorenausprägungen charakterisieren recht gut die vier Temperamente
  70. 70Trait-orientierte Forschung- Beschreibung/Operationalisierung v. Traits, in denen es individuelle Unterschiede gibt
    - Generalität v. Traits (Situationsabhängigkeit) Frage, wie leicht ein Merkmal durch verschiedenen "Situationsdruck" modifiziert werden kann bzw. wie generell es auftritt
    - Stabilität v. Traits (über die Zeit)
    - Ursachen v. Traits (z.B. Anlage-Umwelt-Problematik: welcher Anteil der Gesamtvarianz eines Merkmals auf genetische, welcher auf Umwelteinflüsse zurückzuführen?)
    - wechselseitige Abhängigkeiten v. Traits
    - Änderbarkeit v. Traits (z.B. Trainierbarkeit
  71. 71Bedeutung "Stabilität von Traits" ! (siehe S. 19 Skriptum)Konstanz der interindividuellen Unterschiede über Messzeitpunkte
    -> nur wenn mittelfristig konstant, kann man von "Aspekten d. Persönlichkeit" sprechen
  72. 72Unterscheidung Variable u. VariablenwertVariable: Jeder Personen einer Population kann in jeder Variable einen Variablenwert (Merkmalsausprägung) durch Messung zugewiesen werden (keine "persönlichen" Merkmale)
    -> Variablenwerte charakterisieren einzelne Personen
    -> Variablen charakterisieren Populationen
  73. 73Wie werden Merkmalsausprägungen einer einzelnen Person beurteilt?.. im Vergleich zur Population interpretiert (Populationsbezogenheit differentialpsychologischer Aussagen)
  74. 74Analytische Definitionen- Forscher geben zu verstehen, was sie mit einem bestimmten Begriff bezeichnen wollen: Verständnis bzgl Untersuchungsgegenstand wird transparent gemacht
    - müssen empirisch prüfbar sein; meist ist dies bei analytischen Definitionen nicht (unmittelbar) der Fall
  75. 75"Überbrückungsproblem" Steyer & EidAufgabe, theoretische Konstrukte wie Aggressivität, Intelligenz mit konkreten, empirisch messbaren Variablen zu verbinden - wie wissenschaftssprachlich gefasste Begriffe in Beobachtungs- o Messvorschriften umgesetzt werden können
  76. 76Sonderfall: Qualitative ForschungBedeutungsanalyse steht im Vordergrund: Welchen Sin geben Individuen oder Gruppen bestimmten Begriffen, wie sie damit operieren u. welche Konsequenzen das für die Akteure hat
  77. 77Empirisch-quantitative Forschung - analytische Definitionenreichen vielfach nicht aus, weil Messvorschriften fehlen
  78. 78Operationale Definitionen - UrsprungBridgman: ursprüngl. nur für Physik definier; 1945 Ausweitung auf Sozialwissenschaften
  79. 79Operationale DefinitionStandardisiert einen Begriff durch:
    - Angabe der Operationen, die zur Erfassung des durch den Begriff bezeichneten Sachverhalts notwendig sind
    - oder durch Angabe der messbaren Ereignisse, die das Vorliegen des Sachverhalts anzeigen (Indikatoren)
    -> ausführliche Bedeutungsanalyse
    -> bisherige wissenschaftl. Erkenntnisse müssen berücksichtigt werden
  80. 80Wozu führt der vermeintliche Nachteil, wenn operationale Def. eines Begriffs bereits präzise vorliegt aber immer noch verschiedenartige Operationalisierungen denkbar sind ?Führen verschiedene Operationalisierungen desselben Begriffs zu widersprüchlichen Ergebnissen, so ist der Begriff offensichtlich noch nicht präzise genug definiert ! (wechselseitige Präzisierung)
  81. 81Entwicklung der Differentiellen Psychologie-In den Anfängen um 1900 vielfach in angewandt-psychologischen Fragestellungen eingebunden
    - erste testpsychologische Untersuchungen v. Fragen d. Pädagogischen Psychologie u. klinischen Psychologie mitgetragen
  82. 82Besondere Bedeutung d. differentiellen PsychologiePsychologische Diagnostik für unterschiedliche Anwendungsbereiche wissenschaftlich fundieren
  83. 83Differentielle Psychologie - Beschäftigung mit unterschiedl. Ansätzen(1) zeitüberdauernd stabil angesehende Eigenschaften (Personalismus bzw. Dispositionismus)
    (2) mit dem Einfluss situativer Gegebenheiten
    (3) mit der Interaktion zwischen Person und Situation (Interaktionismus)
  84. 84Anfänge psychologischer Testung - Asienvor mehr als 4000 Jahren (2200 v. Chr.) überprüften Chinesen die Regierungspositionen über die "Fitness"
    -> Leistung in 6 "Basiskünsten"
  85. 85Chinesische Testung - dahinter stehende Annahmen- Menschen unterschieden sich bzgl. bestimmter Traits
    - Traits stabil und können generalisiert werden
    (in Europa in Antike keine formellen Tests)
  86. 86Wurzeln der differentiellen Psychologie: Darwin, Mendel & Galtongrundlegende Ideen für die wissenschaftl. Beschäftigung individueller Differenzen kamen aus der Biologie u. der Genetik d. 19. Jhd. (siehe Vorderseite)
  87. 87Darwin"On the origin of species by the means of natural selection": wiedersprach aristotelischen Artenbegriff (Unveränderlichkeit d. Art)
    - Entwicklung d. Arten durch natürliche Auslese
    - Kampf ums Überleben der Bestangepassten
    - individuelle Differenzen notwendige Voraussetzungen für Selektion u. Evo.
    - Variationsvielfalt im Phänotyp: rascher Wechsel d. Lebensbedingungen -> an neue Lebensumstände besser "angepasst"
    - phänotypische Variationen müssen genetisch bedingt sein (Selektionsvorteil)
    - je ähnlicher die Individuen, desto gefährdeter
  88. 88Mendel- Kreuzungsversuche mit Pflanzen: angeborene Eigenart durch zufällige Kombination v. Erbanlagen
    -> Gesetze blieben unbeachtet bis Correl, Tschermak und deVries wieder entdeckt
    -> intensive Erforschung der Erblichkeit von körperlichen und psychologischen Merkamlen, Konzept- u. Modellentwicklungen
  89. 89Galton- Vetter Darwins (von ihm beeinflusst)
    - vielseitigster Wissenschaftler d. 19. Jhd.
    - Begründer d. wiss. Untersuchungen indiv. Differenzen
    - Individualität des Fingerabdrucks; Übereinanderprojektion mehrerer Fotos
    - Zwillingsmethode DER Untersuchungsansatz, um Erb- und Umweltfaktoren zu entflechten
    - übertrug Gedanken der Erblichkeit v. physischen auf psychische Merkmale
    - "Hereditary Genius" (Stammbaummethode: Ballung spezif. Begabungen in Familien)
    - "Index of Correlation" v. seinem Schüler Karl Pearson zum Korrelationskoeffizienten weiterentwickelt
    - verwendete erstmals den begriff des Tests u. testete Intelligenz in einem anthropometrischen Laboratorium
    - differenzierte Daten über Begabungsunterschiede nur durch objektive Messungen an einer Vielzahl v. Personen
    - Intelligenzmessungen: wesentliche Intelligenzgrundlage Verarbeitung von Wahrnehmungsreizen (entspricht John Locke)
  90. 90Zitat Galton über SinneDie einzige Information über äußere Ereignisse, die uns erreicht, scheint den Weg über unsere Sinne zu nehmen; je empfänglicher die Sinne für Unterschiede sind, desto größer ist die Grundlage, auf der unser Urteilsvermögen und unsere Intelligenz agieren können."
  91. 91Galtons Intelligenzmessung - James McKeen Cattell- weiterentwickelt (Intelligenz bzgl. Sinne)
    -> Sackgasse: mangelte an hohen Korrelationen sowie externe Kriterien
    -> Leistungsfähigkeit d. Sinnesorgane nicht unmittelbar geeignet, um Intelligenz zu messen
    - gilt als Begründer der Testpsychologie in USA
  92. 92Galton - Charles Spearman- führte theoretisch-statistische Arbeiten weiter: Grundlage der Faktorenanalyse = erstes quantitative Modell der Struktur menschlicher Intelligenz
  93. 93William Stern - Begründer der Differentiellen Psychologie- geb. 1871 Berlin, gest. 1938 North Carolina
    - Studium der Philosophie und Psychologie in Berlin bei H. Ebbinghaus
    - Monographie: "Über die Psychologie der individuellen Differenzen (Ideen zu einer differentielen Psychologie)" - wegweisend: experimentelle Untersuchungen allgemeinpsychologischer Gesetzmäßigkeiten
    - 1907: Außerordentliche Professur in Breslau; 1911: "Die Differentielle Psychologie Psychologie in ihren methodischen Grundlagen" -> Grundlegung als wissenschaftliche Disziplin !
    - schrieb wichtige Werke zur Intelligenzdiagnostik (Erfinder des IQ), zur Kinder- und Entwicklungspsychologie, zur Pädagogischen, Arbeits- und Forensischen Psychologie u. zur Allgemeinen Psychologie
  94. 94Stern war in vielem seiner Zeit voraus..- Gegenüberstellung von interindividuell variierenden psychischen Eigenschaften (Traits)
    - intraindividuell variierenden Zustandsmerkmalen (States)
    - Betonung d. Wichtigkeit der methodisch-statistischen Fundierung differentielpsychologischer Forschung (u.a. Bedeutung v. Längsschnittstudien)
  95. 95Differentielle Psychologie aus Sicht Sternstheoretische als auch angewandte Wissenschaft
  96. 96Welche zwei Hauptziele hat die ANGEWANDTE Wissenschaft der Differentialpsychologie nach Stern ?1) Psychognostik oder Menschenkenntnis (heute: Psychologische Diagnostik, Psychodiagnostik)
    2) Psychotechnik oder Menschenbehandlung (heute: psychologische Intervention); der Begriff Psychotechnik ist später nur auf arbeitspsychologische Fragestellungen eingeschränkt worden (Fragen d. Arbeitsplatzgestaltung)
    -> bis heute Gültigkeit v. Sterns Systematik
  97. 97Welchen entscheidenden Impuls lieferte Alfred Binet der Testpsychologie?.. zur Einführung individueller Skalen
  98. 98Was fiel ihm bei der Beschäftigung von Begabungsunterschieden bei Kindern auf ?- geringe Zuverlässigkeit der ärztlichen "Schwachsinnsdiagnosen" (ein und dasselbe Kind im Abstand v. weniger Tage in verschiedenen Kliniken unterschiedlich beurteilt)
  99. 99Was legte Binet gemeinsam mit dem Arzt Theophile Simon als erstes vor ?Die erste kognitiv orientierte Intelligenzskala (in Abkehr von anthropometrische Maßen Galtons)
    -> zugrundeliegender Intelligenzbegriff: "Art der Bewältigung einer akt. Situationen", nämlich "gut urteilen, gut verstehen und gut denken"
  100. 100Was war neu ?Aufgaben waren systematisch ausgewählt hinsichtlich aufsteigender Schwierigkeitsgrade u. hinsichtl. "Außenkriterien": Alter und Lehrerurteil ("Intelligenz")
    -> Konstruktion alterssensitiver Aufgaben: für bestimmtes Lebensalter geeignet, das von 50-70% d. Kinder genau dieser Altersstufe gelöst
  101. 101Wie viele Items pro Stufe?5 Items pro Stufe für die Alersstufen 3-15 Jahre
  102. 102Wie wird das "Intelligenzalter" bestimmt ? (Binet)Ausgehend von der Mitte des Jahres, dessen sämtliche Aufgaben gelöst wurden (Grundalter!), bringt jede zusätzliche Itemlösung einen Zuwachs von einem Fünftel eines Jahres. Beispiel (vgl. Tab.): Intelligenzalter = 7,5 + 7/5= 8,9 Jahre
    ->Differenz: IA-LA
  103. 103Binets IteminhalteGedächtnis, Vorstellungskraft, Aufmerksamkeit, Verständnis, Willensstärke, motorische Fertigkeiten, moralische Haltungen
  104. 104Kritik am Simon-Binet Test- auffinden von trennscharfen Aufgaben für höhere Altersstufen (ab 16) scheiterte, weil Intelligenzentwicklung den Verlauf einer Wachstumskurve zeigt: zunächst rasch, dann immer langsamer
    - gleiche Differenz zw. IA und LA kann verschiedenes bedeuten; um Verzerrung zu vermeiden schlug Stern Intelligenzquotienten vor
    - Probleme mit Objektivität: Testleiterbewertung
    - Items zu verbal (schichtabhängig?)
    - Eichung mangelhaft: Oberschichkinder durchschnittlich 18 Monate über Binet-Normen
  105. 105Was sollte der IQ von Stern bzgl. des "Binet-Tests" gewährleisten?Konstanz der Interpretierbarkeit v. Leistungsvorsprüngen- zw. Rückständen auf verschiedenen Altersstufen
    (Quotient theoretisch nur dann legitim, wenn die Leistungszunahme mit dem Alter linear wächst)
    -> negativ beschleunigter Entwicklungsverlauf wird festgestellt; auch Stern löst dieses Problem nicht
  106. 106Probleme bei Binet-Test und Stern-IQ im Falle der Testung v. Erwachsenen- negativ beschleunigter Entwicklungsverlauf intellektueller Leistungen
    - Scheitelpunkt bei ca. 20-25 Jahren
    - keine Aufgaben auffindbar, die zw. höheren Altersgruppen differenzieren
  107. 107Erweiterung des IQ-Konzepts durch Wechsler- Aufgaben, die für alle Altersgruppen einsetzbar sind (große Schwierigkeitsrange in Testaufgaben)
    - Intelligenzmaß: Abweichungs-IQ
    Def.: IQ= 100+15 . x-M/s
    -> altersspezif. Rohwertverteilung
    (Abweichungs-IQ<100 unterdurchschn.; >100 überdurchschn.)
  108. 108Was ist der Abweichungs-IQ faktisch? (Wechsler: obwohl von eimenm "Intelligenz-Quotient" gesprochen wird)Standardwert
  109. 109Was folgt aus dem Zentralen Grenzwertsatz?IQ ist annähernd normalverteilt
    (da IQ von vielen Faktoren abhängt (genetisch, umweltbedingt)
    -> bei Kenntnis von M und s der NV kann für jeden IQ sofort angegeben werden, wie viel Prozent der Pop. im Test gleich gut sind. bzw. schlechter abschneiden
  110. 110Bedeutung von: μ & σμ= Populationsmittelwert
    σ= Standardabweichung in der Population
  111. 111ExkursEs gibt viele NV, aber nur EINE Standardnormalverteilung
  112. 112Kritik am IQ-Konzept- grobes Globalmaß der Intelligenz, das bei den meisten diagnostischen Fragestellungen nicht ausreichen wird
    - vielfach Kompensationsmöglichkeit schlechter Subtestleistung durch gute Subtestleistungen unerwünscht, da ja grade darin die Schwächen im Teilbereich dargestellt werden
    -> diese zu kennen für Interventionsmaßnahmen v. entscheidender Bedeutung
  113. 113Wobei handelt es sich bei den bisher erwähnten Testverfahren? (Binet,Stern)Individual-Tests, da nur eine Testperson auf einmal untersucht werden kann; Handhabung durch einen erfahrenen Testleiter notwendig (Einzeltestung)
  114. 114USA - 1. Weltkrieg - welche Notwendigkeit ergab sich?Hunderttausende Rektruten testen, um sie etwa verschied. Waffengattungen zuzuordnen
    -> Entwicklung v. Gruppen-Tests:
    Army-Alpha-Test u. sprachfreier Army-Beta-Tests für Analphabeten u. nicht englisch sprechende Vpn
    -> konnten simultan einer großen Zahl v. Probanden vorgegeben werden u. waren ökonomisch in Herstellung und Auswertung
    -> erst diese Testentwicklungen ermöglichten empirisch-differentialpsychologische Forschung !
  115. 115Experiment vs. Quasi-ExperimentExperiment: Studium v. Phänomenen (AV) unter kontrollierten Bedingungen, wobei die Untersuchungseinheiten (meist Vpn) den UV randomisiert zugewiesen werden
    -> Bedeutung: nur nach Durchführung eines Exp. kausale Ergebnisinterpretation mögl.
    Quasi-Experiment: Studium von Phänomenen (AV) unter kontrollierten Bed., wobei die Vpn den UV nicht randomisiert zugewiesen werden (können); UV eine Auswahl aus "vorgegebenen Gruppenzugehörigkeiten"
    -> keine Kausalinterpretation möglich
  116. 116Varianz(s²) ist ein Maß für Verschiedenheit (Variablilität) von Messwerten eines Merkmals (Variable) in einer Stichprobe;
    s² wird umso größer, je mehr Messwerte vom gemeinsamen Mittelwert abweichen
    (Formel siehe Skriptum)
  117. 117KorrelationMaß für die Stärke eines linearen Zusammenhangs zwischen zwei Variablen
    (Formel siehe Skriptum)
  118. 118Korrelation - InterpretationEine dem Betrag nach hohe Korrelation zwischen zwei Variablen darf selbst dann, wenn sie statistisch abgesichert (signifikant) ist, nicht kausal interpretiert werden (im Sinne "wenn-dann"), weil der Korrelationskoeffizient nicht sagt, welche v. vier möglichen Kausalinterpreationen zutreffend ist
  119. 119Die vier möglichen Kausalinterpretationen1) X beeinflusst Y kausal
    2) Y beeinflusst X kausal
    3) X und Y werden von einer dritten pder weiteren Variablen kausal beeinflusst
    4) X und Y beeinflussen sich wechselseitig kausal
    "Eine Korrelation zw. 2 Variablen ist eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für kausale Abhängigkeiten." -> liefern Hinweise
  120. 120Was ist wichtig bei der korrelationsstatistischen Überprüfung v. Zusammenhangshypothesen?Stichprobe repräsentiert tatsächlich die gesamte Population, für die das Untersuchungsergebnis gelten soll ("stichprobenabhängigkeit")
  121. 121Beispiel: Zusammenhang zw. Schulleistung u. IntelligenzFür Population aller Schüler rho= .71
    Abbildungen (Skript) zeigt wie sich der "wahre" Zusammenhang bei Stichprobenselektion ändern kann:
    1. Teilstichprobe r=.59
    2. Teilstichprobe r=.48
    Extremgruppenselektion nach dem IQ (Heterogenisierung) r=.81
  122. 122Prinzip der Varianzzerlegung - wieso interessant?Interessant, weil es zeit, wie in der Differentiellen Psychologie Fragen nach Kausalzusammenhängen untersucht werden können
  123. 123Varianzzerlegung - Beispiel SkriptumGesamtvarianz lässt sich in zwei additive Komponenten ("Varianzanteile") zerlegen
    s²(g)=s²(g/f) + s²(g/h)
    100%= X% + Y%
    -> Y% berechenbar:
    s²(g/h) = s²(g)-s²(g/f)
    Y% = 100% - X%
    KLÄRUNG DES BEISPIELS
  124. 124Anlage- Umweltvarianzanteile [V(A), V(U)]können an Gesamtvarianz des Merkmals M [s²(M)] geschätzt werden: s²(M)=V(A)+V(U)
  125. 125Voraussetzungen für Varianzzerlegung- kein Zusammenhang zw. den beiden Varianzanteilen
    - fehlerfreie Erfassung des Merkmals M (praktisch nie erfüllt?)
  126. 126Regressionseffekt ("Regression zur Mitte")- Galton als verwendete als erster den Begriff Regression (=Rückschritt, nicht die stat. Vorhersage):
    Vererbung v. Intelligenz
    -> Söhne hochintelligenter Väter sind im Gruppendurchschnitt auch hochintelligent, aber nicht im selben Ausmaß, wie die Väter
    -> guten Bedingungen in Parentalgeneration nicht gegeben
    - wichtig: Planungsfehler bei Stichprobenauswahl vermeiden
    ZUSAMMENGEFASST:
    Die mangelnde Reliabilität von Messinstrumenten ebenso wie die höhere Wahrscheinlichkeit mittelmäßiger Rahmenbedingungen lassen extreme Messwerte, bei wdh. Erfassung, zur größten Dichte der Merkmalsverteilung regredieren
  127. 127Was ist beim Regressionseffekt zu beachten ?Bedeutet nicht, dass die Streuung des Merkmals kleiner wird, weil ja nicht alle Messwerte zum Mittelwert tendieren; einige mittlere Werte tendieren sogar in die Extrembereiche, d.h. es findet letzlich nur ein Austausch zwischen extremen u. mittleren Positionen statt.
    -> Varianz quadratisches Streuungsmaß, kann eine Messwertänderung in Richtung Extremposition mehrere Änderungen zur Mitte "aufwiegen"
  128. 128Welche Folgen haben Regressionseffekte für quasiexperiementelle Untersuchungen ?Können sowohl ohne Folgen als auch zu völlig falschen Schlussfolgerungen führen
  129. 129Faktorenanalyse (FA) als Skalenkonstruktionsmethode- Verfahren zur Informationsverdichtung (wiss. Ökonomisierung)
    - Ziel: die einem Variablensatz zugrunde liegenden Dimensionen (=latente Variablen) rechnerisch zu ermitteln
  130. 130Was ist der Ausgangspunkt der Faktorenanalyse ? (Beispiel Skript S. 39)Standardisierte Variablen und deren Interkorrelationen (s. Interkorrelationsmatrix)
    FA versucht die Zusammenhänge, zwischen den variablen einfacher zu erklären, indem diese Zusammenhänge auf wenige gemeinsame Faktoren zurückgeführt werden
    -> können nur jene Eigenschaften "extrahiert" werden, die in den Variablen enthalten sind
  131. 131Idee der FA- Variablen haben verschieden große Varianzen
    - da es darum geht, die Varianzanteile zu bestimmten, die sich durch gemeinsame Faktoren erklären lassen, müssen zunächst die Varianzen "vereinheitlicht" werden (ohne Informationsverlust), weil Korrelationen geg. linearer Messwerttransformationen invariant sind
    -> Standardisierung !
  132. 132Lineare Messwerttransformationsiehe Skript:
    Z hat nun Mittelwert = 0
    Varianz = Standardabweichung = 1
  133. 133Wie ist die Höhe der Korrelationen zw. je zwei standardisierten Variablen gekennzeichnet?durch "Überlappungsbereiche"
    -> für k Variablen ergibt sich ein Geflecht von Üperlappungen u. jeweils variablenspezif., eigenständigen Bereichen
  134. 134Was ist nun die Aufgabe der FA?Geflecht einfacher zu strukturieren
    -> Geimsames v. Speziellem zu trennen
  135. 135Was ist das Ziel?Dass jeder Faktor die maximale gemeinsame varianz (v. Tests o. Items) erklärt, die noch niht durch andere Faktoren erklärt worden sind
    -> Faktoren werden meist so bestimmt, dass sie miteinander nicht korreliert sind ("orthogonale Fakoren")
  136. 136LadungszahlenVarianzanteilen entsprechen sog. Ladungszahlen:
    Aus den der Größe nach geordneten Ladungszahlen kann auf die inhaltliche Interpretation rückgeschlossen werden (Siehe Skriptum)
  137. 137Was passiert, wenn man gleich viele Faktoren "extrahiert" wie Variablen in die Analyse aufgenommen wurden?Gesamtvarianz kann durch die Faktoren erklärt werden, aber Informationsverdichtung hat nicht stattgefunden
  138. 138Was ist also zu fordern?Anzahl der Faktoren (m) muss soll kleiner als die Anzahl der in die Analyse eibezogenen Variablen (k), also
    m
  139. 139Multiples FA-Modell von Garnett u. weiterentwickelt von ThurstoneBestimmungsgleichung für eine Variable Xi
    (siehe Skriptum)
    -> Ladungszahlen können auf drei verschied. Arten interpretiert werden:
    1) aij= Gewicht d. Faktors Fj für Variable Xi
    2) aij= Korrelation des Faktors Fj mit Variable Xi
    3) aij²= Varianzanteil der i-ten variable, der durch den j-ten Faktor erklärt wird
    (interpretiert wie Korrelationen?)
  140. 140Zwei Typen der FA mit verschiedener Zielsetzung1) Exploratorische FA: Soll die latente Faktorenstruktur einer Menge korrelierender Varianzen "erkunden"
    -> kein Vorwissen (Höhe v. Ladungen)
    -> deskriptiv-explorierend
    2) Konfirmatorische FA: Ziel, eine a-priori bestehende Faktorenstruktur (aus Literatur bekannt) auf Verträglichkeit mit neuen empirischen Daten zu prüfen
    -> hypothesengeleitet, inferenzstatistische Schlussfolgerungen möglich
    Beachte: sagt nichts darüber aus, ob gefundene Faktorenstruktur auch die einzig gültige darstellt
    -> Interpretationsabhängigkeit !
  141. 141Arten v. Faktormodellen (S. 42)a) Generalfaktormodell (unkorrelierte Faktoren)
    b) Modell gemeinsamer multipler Fakoren
    c) Gruppenfaktorenmodell (unkorrelierte Faktoren)
    d) Faktoren zweiter bzw. höherer Ordnung
  142. 142Klassische Testtheorie1) Klassische Testtheorie
    - seit 1920 für Konstruktion psychologischer Tests
    - (wie IRT) latente Eigenschaften oder psychologischer Konstrukte quantifizierbar machen (messbar)
    - Testkonstrukteur hat Prüfkriterien (Testgütekriterien): ermöglichen Qualitätsprüfung v. Tests
    - Problem: diese Prüfkiterien aus heutiger Sicht nich ausreichend: unbekannt welche Messinstrumente geeignet; sowie Schwierigkeitsgrade (Item) u. Fähigkeitsgrade (Person)
    - Fähigkeitstests oft dichotom
  143. 143Was ist unbestritten ?Psychologische Konstrukte haben keine natürliche Metrik (keine Skale, keinen nat. Nullpunkt)
  144. 144Problem v. Messung (Bsp.: latenter Eigenschaften?)Bevor eine Messung, erfolgen kann, muss eine Skala etabliert werden
    -> formalisierte mathematische Theorie (Sozialwissenschaften) notwendig
    - erst wenn dieses Messmodell nachweislich für empirische Daten gilt, kann auch v. Messung im eigentlichen Sinn gesprochen werden
  145. 145Problem Klassischer Testtheorie- setzt ohne nähere Prüfung Messung einer latenten Dimension ganz einfach mit Auszählen korrekter Antworten in einem
    x-beliebigen Test gleich
    -> Glaube, dass z.B. durch Vorgabe verschied. schwieriger Rechenaufgaben eine Skala zur Messung der latenten Dimension "numerische Intelligenz" begründet ist, nachweislich nicht haltbar
  146. 146Item Response Theorie (probabilistische Testtheorie)kann mathematisch begründete Antworten auf die provokanten Fragen geben, welche die darin enthaltenen Probleme lösen
    -> Messmodelle, deren empirische Gültigkeit geprüft werden kann
    -> erst wenn Modellprüfung abgeschlossen und nachweislich für Population gilt, ist Skala etabliert = faire Messung z.B. von Personenfähigkeiten
  147. 147Welche Forderungen sind an "objektives Messen" in Sozwiss. zu stellen? KLÄRUNG- Testunabhängige Fähigkeitsmaße (Personenparamter): Messwerte (Fähigkeitsgrade) sollten nicht von den im test (zufällig) verwendeten Items abhängen; denn eine Aussage über den Vergleich zweier Personen sollte unabhängig davon sein, welche u. wie viele Items dafür verwendet wurden, und zudem unabhängig davon, welche Personen sonst noch getestet wurden
    - Stichprobenunabhängige Itemschwierigkeitesmaße (Itemparamter):
    Schwierigkeit v. Testaufgaben sollte unabhängig v. konkreten Stichproben quantifiziert werden können
    -> Aussage über den Vergleich zweier Items sollte unabhängig davon sein, welche und wie viele Personen dafür verwendet wurden, und welche Items sonst noch vorgelegt wurden
  148. 148Wem entsprechen die beiden genannten Punkte zur Forderung an "objektives Messen"Forderung v. G. Rasch nach spezifischer Objektivität v. Vergleichen (gibt noch andere Mögl. Objektivität v. Vergleichen zu definieren)
    -> beinhaltet das Prinzip d. Stichprobenunabhängigkeit
  149. 149Was empfiehlt sich für die Konstruktion v. Fähigkeitstests im Rahmen der IRT in besonderer Weise ? Und was ermöglicht es ?Das "dichotome logistische Modell" v. Rasch - kurz: Rasch Modell o. RM
    -> besitzt außergewöhnliche Modelleigenschaften u. bei empirischer Gültigkeit weitreichende, hervorragende Konsequenzen für die Testpraxis ermöglicht
  150. 150Das Rasch-Modell als Skalenkonstruktionsmethode - Grundannahmen 1)1) geht nicht vom Rohwert (Testwert) aus, sondern setzt beim EINZELNEN ITEM an
    -> Prüfung, ob alle Items dieselbe latente Dimension messen, erst möglich
    -> jede beobachtete Antwort einer Vpn ist von drei Komponenten abhängig:
    a) Eigenschaft d. Person (zB Fähigkeit)
    b) Eigenschaft d. Items (zB Schwierigkeit)
    c) Zufall: alle unkontrollierbaren Einflüsse, die beim Messen in Sozwiss. immer zu erwarten sind
    3) Der Zusammenhang zw. manifester Variable u. latenter Dimension ist systematisch, er wird für jedes einzelne Item i durch die Itemcharakteristik (Funktion) hergestellt: siehe S. 45
  151. 151Grundannahme 2)2) manifeste Variablen sind Indikatoren (Messinstrumente) EINER postulierten latenten Dimension; mit Hilfe der manifesten Variablen wird auf die latente Dimension rückgeschlossen !
  152. 152Grundannahme 3)3) Der Zusammenhang zw. manifester Variable u. latenter Dimension ist systematisch, er wird für jedes einzelne Item i durch die Itemcharakteristik (Funktion) hergestellt: siehe S. 45
    -> jedes Item ist mit latenter Dimension durch eine eindeutige Funktion verknüpft; in Abhängigkeit von ξ v (Fähigkeit einer Person v) hat jede Person eine bestimmte Wahrscheinlichkeit ein Item zu lösen
    -> die Itemlösewahrscheinlichkeit soll nie 0 oder 1 erreichen, weil der schwächste einmal Glück haben kann bzw. dem Besten ein Fehler unterlaufen kann
    -> Zusammenhänge zwischen den manifesten Variablen sind nicht Ausdruck direkter Abhängigkeiten zw. den einzelnen Verhaltensweisen, sondern Ausdruck ihrer Abhängigkeit von einer, allen manifesten Variablen gemeinsam zugrunde liegenden latenten Dimension
  153. 153Was bedeutet es, wenn diese Betrachtung richtig ist ?EINE latente Dimension existiert:
    -> latente Dimension (statistisch) konstant halten
    es folgt: nach Konstanthaltung müssten die Zusammenhänge zwischen den manifesten Variablen verschwinden
    (Formel siehe S. 45)
  154. 154Was heißt das im übertragenen Sinne ?Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Vp mit Fähigkeit ξ beide Items (i und j) löst ist gleich dem Produkt der Wahrscheinlichkeit der Einzelreaktionen (W i zu lösen u. W j zu lösen)
  155. 155Was wird zusätzlich angenommen ?Antworten verschiedener Personen voneinander stochastisch unabhängig (Schummeln verboten)
  156. 156Wie ist eine Person v im RM charakterisiert ?Durch ihre Position ξ v auf der latenten Dimension
    ξ v = Personen(fähigkeits)paramter - muss erst geschätzt werden
    analog für Itemparamter: durch Position σi auf latenter Dimension charakterisiert: "Item(schwierigkeits)parame, muss erst geschätzt werden
  157. 157Was bedeutet das Messen einer psychischen Eigenschaft ?= schätzen unbekannter Parameter aufgrund v. Beobachtungen (manifeste Variablen -> 0/1 - Antworten "gelöst"/"nicht gelöst"
  158. 158Worin besteht die Festlegung der Struktur eines probabilistischen Testmodells?In der Spezifikation der Funktion fi (ξ), also der Form der Itemcharakteristik-Kurven; sind die Funktionen bekannt können die Parameter geschätzt werden
  159. 159Welche mathematische Funktion entspricht den genannten Forderungen u. Grundannahmen ?sog. logistische Funktion (S. 46)
    -> Lösungswahrscheinlichkeit als logistische Funktion der Differenz d von Personenfähigkeit und Itemschwierigkeit (ξv - σi) beschrieben
    (siehe S. 47)
  160. 160Anmerkungen1) RM benötigt dichotome Testaufgaben
    2) p(+) hängt nicht davon ab, wie groß ξv und σi, sondern lediglich v. Differenz ξv - σi
    3) p(+)=0.5 wenn ξv=σi; inhaltlich sinnvoll, weil Person v dann gleich fähig ist wie das Item schwierig ist
  161. 161Ergänzende Bemerkungen- RM einzig prob. Testmodell, dass spezif. objektive Vergleiche ermöglicht und dadurch "Stichprobenunabhängigkeit" der Messung realisiert
    - Eindimensionalität der Testaufgaben: Lösungswahrsch. v. Item hängt von Parameter ξv ab v. jeweiliger Testperson: alle latenten Personenmerkmale, die neben den Itemeigenschaften die Reaktionen bestimmten, vollständig in diesem Parameter zusammengefasst
    (Verletzung Eindimensionalität: gewisse Personenmerkmale ei verschied. Aufg. unterschiedliche Gewichtung bei Reaktion)
    3) Erschöpfende Statistik: Anzahl gelöster Aufgaben (rv=Personenrandsumme o. Rohwert) = erschöpfende Statistik für ihren unbekannten Personenparameter
    -> für Schätzung des Personenparamters sämtliche relevante Infos in rv enthalten: nur von Bedeutung WIE VIELE gelöst und NICHT WELCHE
    4) ZS zwischen rangskalierten Rohwerten u. intervallskalierten Fähigkeitsparameter empirisch begründet: "echte Messung" v. latenten Eigenschaften
  162. 162Wenn man sich Test wünscht, bei dem Testrohwert (rv) interpretiert werden kann...?.. so muss für diesen Test das RM empirisch gelten !
  163. 163Herkömmliche Fähigkeitstest mittels KTT entwickeltInterpretieren Testrohwert, jedoch ohne zu überprüfen, ob das korrekt ist
  164. 164Was kann mittels Modellgeltungskontrollen im RM geprüft werden?Ob die im Modell enthaltenen Annahmen für einen empirisch gegebenen Datensatz gelten oder nicht
  165. 165Wenn das Modell gilt, dann darf gefolgert werden:- misst für alle Testpersonen dieselbe latente Fähigkeitsdimension: Testaufgaben eindimensional & messen fair
    - Personenparameter kennzeichnen die Fähigkeitsgrade: liegen auf einer Intervallskale und unabhängig avon, welche u wie viele Items vorgegeben
    - Itemparameter liegen auf derselben Intervallskala wie Personenparameter: unabhängig davon, welche Personen getestet
    - Bestimmung v. Personenfähigkeiten: wie viele Items wurden gelöst? (nicht nötig welche)
    - Reihenfolge nicht wichtig
    - Fähigkeitsangepasstes Testen möglich, wenn genügend großer Aufgabenpool vorhanden
    - Veränderungen können gemessen werden (höherer o. geringerer Leistungszuwachs auf Fähigkeitsdimension; Veränderungsmessungen in KTT zum Scheitern verurteilt)
  166. 166Aufwand für TestkonstruktionGroßer Aufwand bei RM
  167. 167Anwendungsbeispiele für RM Bsp. 1 - Item-BiasLeistungstest als Zulassungskriterium problematisch:
    Verteilung der Traitvariable stimmt in den verglichenen Teilpopulationen nicht überein
    Neure Psychometrie: Es ist zu unterschieden, ob der Test Gruppe spezifisch benachteiligt oder ob lediglich ein Unterschied in der Traitvariablen-Verteilung besteht, ohne dass der Test als Messinstrument am Leistungsunterschied Schuld hat
  168. 168Definition Item-Bias KLÄRUNGItem als verzerrt o. unfair anzusehen, wenn eine IC-Kurve in zwei unabhängig von diesem Item definierten Gruppen verschieden ist; ein Test wird fair sein, wenn zumindest ein Item "biased" ist
    (Def. v. Item-Homogenität oder Item-Bias erfolgt stets im Rahmen eines bestimmten Modells) DIF-Items müssen vorab ausgeschieden werden
  169. 169Bsp. 2: Transkulturelles TestenCulture fair: nonverbal-bildhaft dargebotene Testaufgaben - reicht jedoch nicht aus
    -> sorgfältige Übersetzung
    -> Nachweis d. Gültigkeit v. RM in "Ausgangskultur"
    Will man über beide Kulturen hinweg eindimensional messen, dann sind Modelltests in den aus beiden Kulturen zusammengesetzte Daten durchzuführen
  170. 170Bsp. 3: Computerisiertes Adaptives Testen (CAT) - RM basierend- individuell unterschiedlich schwierige Aufgaben, die dem Fähigkeitsniveau d. Person entsprechen (Itempool)
    -> Poolaufgaben müssen gemeinsam Rasch-homogen sein, sodass es mögl. ist die Vpn auf gemeinsamer Skala zu verrechnen, obwohl sie verschiedene Aufgaben bearbeiten
    - Durchführung nur mittels Computer:
    mittelschwierige Start-Aufgabe, je nachdem ob gelöst, folgt zweites Item schwieriger/leichter
    -> nach jeder Itembeantwortung Schätzung der aktuellen Fähigkeitsparameter u. danach bestpassende Item
    -> Testabbruchkriterium (zB ξv ausreichend genau geschätzt
    Positive Konsequenzen:
    - wenig "unnütze" Items
    - höhere Messgenauigkeit
    - in Extrembereichen präzisere Messung möglich
    - Testabbruch kann auf diagnostische Anforderungen eingestellt werden
    - Testsicherheit u Testfairness erhöht ("Testknackermethoden")
    - Abschauen unterbunden
    - Bekanntgabe des Itemtyps möglich
    Nachteile:
    - nur für Testkonstrukteur, der durch die Entwicklung eines rasch-homogenen Itempools einen massiv erhöhten Testkonstruktionsaufwand hat
  171. 171Bsp. 4 - Psychometrische Qualitätskontrolle v. TestsMessen Raumvorstellungstests 3DW u Matrizentest WMT dasselbe latente Konstrukt?
    1) KTT: r zwischen .40 und .50: keine eindeutige Antwort möglich
    2) IRT: 3DW und WMT gemeinsam rasch-homogen? Nein (Gittler) WMT und 3DW messen jeweils Spezifisches: separierte Fähigkeitsdimensionen -> Ableitung v. positiven Aussgaen zum Nutzen und zur Konstruktvalidität der Tests
  172. 172Bsp. 5 - VeränderungsmessungPersonenfähigkeitsparameter auf Intervallsakla:
    - Veränderungen können durch Parameterdifferenzen quantifiziert werden
    - bei Rasch kalibrierten Itempool können unterschiedliche Items je Messung aus Itempool heragezogen werden
    -> darüber hinaus: Entwicklung v. neuen Methoden zur "fairen" Quantifizierung v. Veränderungen (klassische Probleme d. Veränderungsmessungen sollen überwunden werden)
  173. 173Intelligenz Kompetenz-Performanz-Problem (Fähigkeit vs. Leistung)- Fähigkeiten sind Persönlichkeitseigenschaften, die Leistungen ermöglichen
    - Leistungen sind Ergebnisse von Handlungen, die bewertbar sind
    - erzielte Leistung in einer bestimmten Aufgabe hängt von Fähigkeit UND Anstrengung (Leistungsmotivation) ab
  174. 174Fähigkeitsunterschiede = Leistungsunterschiede - gilt nur wann?Wenn Vpn im Test sich gleich anstrengen
    -> Kompetenz-Performanz-Problem
  175. 175Kompetenz-Performanz-Problem DefinitionDie realisierte Leistung (Performanz) in einer Aufgabe ist nur bei gleicher Motivationsstärke ein geeignetes Maß für Kompetenz (Fähigkeit)
  176. 176Versuche, das Problem in den Griff zu bekommen1) Maximale Anstrengung der Vpn soll durch entsprechende Gestaltung der Testsituation erreicht werden
    -> indem, Unter- bzw. Überforderung vermieden (0,5 lösbar = schwierig)
    -> Belohnung für gute Leistung geboten
    -> entsprechende Instruktionen gegeben
    2) Mehrere Testwdh. -> intraindividuelle Leistungsschwankungen werden auf Anstrengungsunterschiede zurückgeführt, Maximalleistung bestmögliche Schätzung der Fähigkeit
  177. 177Aggregationsprinzip(Eigenschafts-)Messungen werden reliabler aufgrund von Mittelungen über mehrere Messungen, weil sich die je Einzelmessung unterschiedlichen Messfehler teilweise kompensieren: gemittelte Messung mit kleinerem Messfehler behaftet
    -> empirische Erfassung: Messungen ausreichend aggregiert (mehrere Fragen zu einem Sachverhalt)
  178. 178Abgrenzung zu verwandten Begriffen-"inter legere"=auswählen durch kritische Beachtung der relevanten Merkmale
    -in klassischer Logik: genus proximum (Oberbegriff) und differentia specifica (relevantes Unterscheidungsmerkmal)
  179. 179"Intelligenz" im Alltagsgebrauch- Begabung als frühkindlich vorhandene Voraussetzung für späteren Erwerb v. Fähigkeiten (jedoch zu stark mit Vorannahmen über Entwicklungsursachen belastet)
    - Klugheit: reflexive Umsicht, Menschenkenntnis, Lebenserfahrung
    - Weisheit: Expertenwissen in grundlegenden Lebensfragen
  180. 180Intelligenz im Alltagsgebrauch zusammengefasst"großflächige wechselseitige Überlappungen" der Definition "zu registrieren sind, die Eindrucksmäßig gegenüber den Verschiedenheiten überwiegen
  181. 181Implizite Intelligenzdefinitionen (aus der Sicht von Laien)Betrachten folgende Verhaltensweisen als "idealtypisch" für intelligente Personen (3-faktorielles System v. Sternberg):
    F1: Praktische Problem-Löse-Fähigkeit
    F2: Verbale Fähigkeit
    F3: Soziale Kompetenz
    (S. 54)
  182. 182Analytische Intelligenzdefinitionen - ProblematikIntelligenz relativ einheitl. Fähigkeit, jeodch schwer zu beschreiben, was intellektuelle Leistungen sind
    -> Unsicherheit führt in Verbindung mit der hohen soz. Erwünschtheit in westl. Kulturen zu einer kritischen Haltung gegenüber psychologischen Intelligenzkonzepten
  183. 183Analytische Intelligenzdef. (aus Sicht v. Psychologen) -> nicht alle auswendig könnenBoring: "Intelligenz ist das, was Intelligenztests messen" (ironisch)
    -> unzweideutige Kommunikationsbasis
    Anastasi: "unsere Intelligenzstests nur die Fähigkeit messen, in unserer speziellen Kultur erfolgreich zu sein" (stimmt nicht ganz)
    Wechsler: "Intelligenz ist die Fähigkeit, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinanderzusetzen"
  184. 184Was bleibt unausgesprochen bei den Intelligenzdefinitionen ?WAS zur Lösung neuer Probleme bzw. zur geistigen Anpassung an neue Aufgaben erforderlich ist
    Hofstätter: benötigen "eine Aussage über die Welt, der gegenüber Intelligenz gegenüber überhaupt nicht möglich ist"
  185. 185Evolutionistische Formulierung des Neurologen Sherrington"intelligence amid chaos would have no survival value"
  186. 186Hofstätter - IntellifenzbeschreibungAuffindung von Ordnung (Redundanz) in der Welt: in einer völlig chaotischen Welt gäbe es keine Orientierungshilfen, kluges Verhalten lässt sich nicht vom törichten unterscheiden (keine höheren Wahrscheinlichkeiten)
  187. 187Hofstätter - Dummheit erster und zweiter ArtDummheit erster Art: richtige H0 wird abgelehnt -> Menschen m. überdurchschnittl. IQ, die Vorurteile haben und/oder gläubisch sind
    Dummheit zweiter Art: falsche H0 wird irrtümlich akzeptiert (Zahlenreihe) = Gegenstand der meisten Intelligenztests
  188. 188Auffinden von Ordnung in der Wirklichkeit (Hofstätter)Analysatoren, denen auf Seiten des Individuums besondere Faktoren der Intelligenz entsprechen (S. 56)
    -> Auffinden v. Ordung in persönlicher Innenwelt erfordert Intelligenz; rationale Entscheidungen erst dann möglich, wenn über verschiedene Bereiche unseres Wesens einigermaßen gültige Aussagen gemacht werden können
    -> auch Persönlichkeit (Emotionen) beeinflusst intelligentes Verhalten
  189. 189Zusammenfassung1) Sinnesprüfungen v. Galton führten in Sackgasse (geringe Korrelationen)
    2) Überwindung der Sackgasse durch Binet, der Intelligenz auf höherem Komplexitätsniveau: unterschiedl. intelektuelle Fähigkeiten
    erfolgreich in "Sonderbeschulung"
    -> unbewusst nutze er Aggregationsprinzip
    3) Entwicklung es IQ (Stern, Wechsler): Kaum Änderung seit Wechslers Abweichungs-IQ
  190. 190Intelligenzmessung in jüngster ZeitIntelligente Leistung wird wahrscheinlich am besten durch eine hierarchische Struktur abgebildet
  191. 191Intelligenzmodelle - und theorienIntelligenztests i.d.R positiv miteinander korreliert (hohe Rechenfähigkeit meist auch hohe Raumvorstellung)
    -> Gemeinsamkeit, die in nahezu allen Intelligenzleistungen zum Ausdruck kommt = Ansatz Spearman
  192. 192Charles E. Spearman- Ingenieur brit. Armee
    - Psychologieausbildung bei W. Wundt
    - Begegnung u. Freundschaft Karl Bühler
    - lehrte an Uni London und USA
    -> "Probleme Wahrnehmung, Geschichte der Psychologie und Denkpsychologie
    -> Zielsetzung: mittels Korrelationspsychologie das gemeinsame Element aller "mental tests" auszufinden
  193. 193Charles Spearman - Experiment/Studie- testete die 24 ältesten Kinder einer Landschule
    - 2 Variablengruppen: Sensorische Diskrimination (Tonhöhenunterschiede) und Intelligenz (Schulleistung: Lehrerurteil)
    -> empirische Korrelationen gering, vermutete Messungenauigkeiten
    -> "wahrer" Zusammenhang nur wenn Wiederholungsreliabilität der beiden Maße "minderungskorrigiert" wird:
    Verdünnungsformel (S.58)
  194. 194Spearman - Verdünnungsformelrxy*.. korrigiertes r
    rxy .. beobachtetes r
    rxx', ryy'.. Wiederholungsreliabilität
    -> v. Spearman korrekt entwickelt aber flasch eingesetzt
    -> heute Basiswissen innerhalb KTT
  195. 195Anwendungsfehler - Spearman- statt (der höheren) Reliabilitäten wurden (niedrigere) mittlere Interkorrelationen in die Formel eingesetzt =1.01
    Fehlschluss: Sensorische Diskrimination und Intelligenz sind Ausdruck einer grundlegenden Fähigkeit -> g-Faktor (noch heute Gegenstand)
  196. 196Welche Beobachtung machte Spearman zusätzlich?In vielen Korrelationsmatrizen gilt die TETRADENBEDINGUNG
    -> Tetradendifferenzen = zweizeilige "Determinanten" verschwinden bzw. nahe Null
    Erklärung durch Generalfaktormodell:
    - jedes Intelligenzmaß beruht auf zwei Faktoren "general intelligence" (g) & für jeden einzelnen Test spezifischen (s)
    -> Gesamtsystem wird durch einen Faktor erklärt (S. 59)
  197. 197Wann gilt das g-Faktor Modell?Wenn die Tetradenbedingung erfüllt ist
    (Zusammenfassung v. Erkenntnissen in einer umfangreichen Theorie d. Intelligenz)
  198. 198Was erkannte Spearman später bei Einbezug kognitiver Tests ?g-Faktor reicht alleine nicht mehr zur Erklärung der Varianzen aus
  199. 199Was entwickelte er daher im Zuge?breiter angelegtes mehrfaktorielles Konzept: Die Restkorrelationen nach Extraktion von g wurden als spezielle Generalfaktoren ausgewiesen (verbal ability)
    -> Burt: selber Sachverhalt -> Gruppenfaktoren, welche nur durch eine Untergruppe von Tests geladen werden
  200. 200Was wurde spätestens nach 1930 klar?g-Faktor-Theorie unrealistisch und unhaltbar
    -> wegen Plausibilität und Einfachheit am weitesten bekannt u. zeigt bis heute noch praktische Anwendung: Punktwerte für Einzeltests und IQ als Gesamttestscore
    -> n-dimensionales Gebilde (Intelligenz) wird eindimensional betrachtet, was stark eingeschränkte Aussagekraft mit sich bringt
    - Weierentwicklung der g-Faktor-Theorie:
    1) USA: Thurstone - sieben "primary mental abilities"
    2) England: Hierarchische Modelle

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Flashcards on Differentielle Psychologie, created by Henriette Schneider on 19/11/2017.
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