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Karteikarten

Öff.Recht - POR Streitigkeiten

myJurazone Deutsch 4,0Durchschnittliche Bewertung 4,0 von 5 (1 Bewertung) 15 Karten 1.800 Aufrufe

Karten in diesem Stapel (15)

  1. 1Befugnis der Polizei- und Ordnungsbehörden gegen andere hoheitlich handelnde Behörden und Organe vorzugehenMeinung 1: (+), staatliche Verwaltungsträger gem. Art. 20 III GG an Recht und Gesetz gebunden
    Meinung 2: (-), Eingreifen in fremde Zuständigkeitsordnungen -> diese werden unzulässigerweise tangiert
  2. 2Behördliche einzuhaltende Rangfolge für die StörerauswahlMeinung 1: Pflicht zur vorrangigen Inanspruchnahme des Handlungsstörers vor dem Zustandsstörer; Pflicht zur vorrangigen Inanspruchnahme des Doppelstörers vor dem einfachen Störer
    Meinung 2: Keine Rangfolge; lässt sich nicht auf dem Wortlaut noch aus dem Sinn und Zweck der polizeilichen Befugnisnorm entnehmen
  3. 3Doppelfunktionale MaßnahmenRspr.: Schwerpunkt der Maßnahme im Einzelfall
    Tendenz: Vorrangige Anwendung von Bundesrecht
  4. 4Behinderung polizeilicher Tätigkeit: RadarfallenWarnungen von Privatpersonen vor Zivilstreifen oder Radarfallen
    Rspr.: Behinderung eines ausschließlich staatlichen Rechts auf Gefahrenabwehr und Sanktion; Effektivität polizeilichen „Blitzens“ und Rechtsdurchsetzung gefährdet
    Lit.: gesetzlich nicht verboten, motivieren Verkehrsteilnehmer zu rechtmäßigem Verhalten und unterstützen damit die staatliche Aufgabe der Rechtsdurchsetzung
  5. 5Wann rechtfertigt die Wahrnehmung von Anhaltspunkten einen bestimmten Schluss auf die Zukunft?Wahrscheinlichkeitsrechnung der Entscheidungstheorie: abstrakte Gefahraussagen, aber polizeiliches Handeln hat konkrete Gefahr zum Gegenstand, hier unbrauchbar
    Anknüpfung an konkreten Fall: Feststellung der maßgeblichen Tatsachen; Vorrang von Erkundungs- vor Präventionsmaßnahmen
    Ermittlung der Gefahrindizien + Abwägung der verbleibenden Anhaltspunkte
    Umgekehrte Proportionalität von Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit
    Im Einzelfall gefährdete Rechtsgüter müssen hinreichend konkret definiert sein und abgewogen werden
  6. 6Latente Gefahr= Zustand, der zwar noch nicht aktuell gefährlich ist, wohl aber zu späterer Zeit oder unter gewandelten Verhältnissen gefährlich werden können
    Herrschende Meinung: keine Gefahr solange sie sich noch nicht realisiert hat
  7. 7Allgemeine Rechtfertigungsgründe des Strafrechts als BefugnisnormenEine Ansicht: Beide Materien regeln den gleichen Sachverhalt und sind daher nebeneinander anwendbar
    Arg.: Unberührtheitsklausel, Einheit der Rechtsordnung
    Andere Ansicht: unterschiedliche Materien, Öffentlich-rechtliche als speziellere Materie
    Arg.: keine planwidrige Regelungslücke
    Differenzierende Ansicht: Öffentlich-rechtlich ist ein Handeln zulässig, wenn die Voraussetzungen einer öffentlich-rechtlichen Befugnisnorm erfüllt sind; Strafrechtlich ist ein Handeln zulässig, wenn die Voraussetzungen eines Rechtfertigungsgrundes vorliegen.
  8. 8Gewahrsam und Sicherstellung - Anordnungs- vs. AusführungsermächtigungAnordnungsermächtigung = VA
    Ausführungsermächtigung = Vornahme von Realakten
    Weite Ansicht: alle Standardmaßnahmen haben neben der Anordnungsermächtigung auch die Befugnis zur Ausführung der Befehle
    ABER: grds. Trennung von Vollstreckungstitel und Vollstreckungsverfahren
  9. 9Rechtscharakter der SicherstellungEine Ansicht: Grundelement = VA; Wegnahme = Vollstreckungsmaßnahme
    Andere Ansicht: Anordnungs- und Ausführungsermächtigung, umfasst auch Vollstreckung durch Realakt
  10. 10Verfahrensrechtliche Anforderungen an eine VorführungOrdentliche Gerichte: Freiheitsbeschränkung iSd Art. 104 I GG
    Polizeigesetze: Art. 104 II GG; richterliche Anordnung oder Gefahr im Verzug
  11. 11Durchsuchung: Grundrechtsträger auch der, der die Wohnung gegen den Willen des Berechtigten erlangt hatMaßgeblich: Nutzer der Räumer mit (tatsächlicher, nicht rechtlicher) Zustimmung des Berechtigten nutzt oder sich verschafft hat
  12. 12Verarbeitungs- und Verwertungsverbote bei rechtswidriger InformationserhebungStrafprozessrecht: stets unzulässig; Beweisverwertungsverbot erst, wenn die zu Fehlerhaftigkeit der Ermittlungsmaßnahme führenden Verfahrensverstoße schwerwiegend waren oder bewusst oder willkürlich begangen wurden
    Polizeigesetze: Normen nur für rechtmäßig erhobene Daten; Ausnahmen gesetzlich anzuordnen, wenn eine Information mit freiwilliger (!) Zustimmung des Betroffenen verwendet wird oder eine Information zum Schutz überragend wichtiger Rechtsgüter verwendet wird
  13. 13Ansprüche des "Anscheinsverantwortlichen"• Bei nachträglichem Fehlen einer Gefahr?
    • Bei fehlender Zurechnung der Gefahrindizien?
    Meinung 1: ex-ante Gefahrindizien (+) ex-post (-) ->analoge Anwendung § 39 OBG NRW
    Meinung 2: unabhängig von ex-post oder ex-ante, Grundgedanken des § 40 OBG NRW -> wer hat Gefahrindizien gesetzt?
  14. 14Kosteneintreibung durch Leistungsbescheid durchsetzen dürfen,gilt dann der Gesetzesvorbehalt?Lit.: (+) Folge: Kosten durch Erhebung einer Leistungsklage vor dem VerwGericht beigetrieben werden müssen
    Rspr.: (-) wenn mit Leistungsbescheid eine Leistung zurückgefordert wird, welche durch VA gewährt wurde oder zwischen den Beteiligten bereits vor Erlass des Leistungsbescheids ein öffentlich-rechtliches Verhältnis bestand
  15. 15Abgrenzungsprobleme: Abschleppen von PKWMeinung 1: Sicherstellung iSd § 43 PolG/§ 24 Nr. 13 OBG
    Kritik: Gegen Sicherstellung: Eine Inverwahrungsnahme des sichergestellten Gegenstandes ist weder beabsichtigt noch sachlich gerechtfertigt; ist aber von § 44 beabsichtigt
    Meinung 2: Maßnahme des Verwaltungszwangs,
    STR, ob Ersatzvornahme oder unmittelbarer Zwang
    o Gegen Ersatzvornahme
    o Notwendige Deckungsgleichheit besteht nicht zwischen auferlegter und durchgesetzter Handlung
    o Gegen unmittelbaren Zwang
    o Konsequenz, dass eine Heranziehung des Vollstreckungsschuldners zu den Kosten des Maßnahme nicht möglich ist
    o Verwerfung einer Ersatzvornahme nicht zwingend
    o Deckungsgleichheit, wenn man den Aussagegehalt des im Verkehrsschild enthaltenen Wegfahrgebots im Sinne eines abstrakten Räumungsgebotes deutet, das sowohl durch ein Wegfahren als auch durch ein Wegziehen gedeutet wird

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Beschreibung
Die Streitigkeiten des öffentlichen Rechts im Bereich Polzei- und Ordnungsrecht als Karteikarten auf einen Blick. Nun auch für unterwegs!
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