Karteikarten
SKL Klausur 1
Karten in diesem Stapel (200)
- 1Hautverletzungen/Wunden: DefinitionWunden sind Läsionen, die durch ein Durchtrennen oder eine oberflächliche Beschädigungen der Haut oder der Schleimhaut entstehen
- 2Wunden: Einteilung/Wundarten-mechanische Wunden, thermische Wunden, Strahlenwunden, chemische Wunden
-latrogene Wunden
-chronische Wunden - 3mechanische Wunden: Entstehungentstehen im Rahmen eines Traumas durch Einwirkung von Druck-, Zug- oder Scherkräften auf das Gewebe
- 4mechanische Wunden: Beispiele-Schürfwunden
-Schnittwunden (auch OP)
-Stichwunden
-Platzwunden
-Risswunden
-Kratzwunden
-Schusswunden
-Amputation - 5thermische Wunden: Entstehungentstehen durch Einwirkung von Hitze oder Kälte auf das Gewebe
- 6thermische Wunden: Beispiele-Verbrennung
-Erfrierung
-Strom - 7chemische Wunden: Entstehungentstehen durch Einwirkung von Säuren und Laugen auf das Gewebe -> Verätzungen
- 8Strahlenwunden: Beispiele-Röntgenstrahlen
-radioaktive Isotope
-Chemotherapie - 9Luxation: DefinitionVerletzungen, bei denen Konchen aus dem Gelenk springen, mit dem sie verbunden sind. Durch eine plötzliche und unerwartet einwirkende äußere Kraft wird die Verbindung von Gelenkkopf und Gelenkpfanne getrennt.
- 10Komplikationen bei Luxationen-Muskel- und Sehnenverletzungen
-Kapsel-Band-Verletzungen
-Nervenläsionen
-Luxationsfrakturen
-andere knöcherne Begleitverletzungen (Knorpelimpressionen, Abscherung von Knochenfortsätzen)
-Knochennekrose - 11Komplikationen bei Luxationen: Auswirkungen von Muskel- und Sehnenverletzungen-Muskelverkalkungen (Kalzifikationen)
-schmerzhafte Muskelfunktion - 12Komplikationen bei Luxationen: Auswirkungen von Kapsel-Band-Verletzungen-Verknöcherung in Bändern
-Vernarbungen der Gelenkkapsel
-Instabilität - 13Komplikationen bei Luxationen: Auswirkungen von Nervenläsionen-sensible Ausfälle
-Lähmungen - 14Komplikationen bei Luxationen: Auswirkungen von Luxationsfrakturen-meist Op-indiziert
-oft Stufenbildung in Gelenken - 15Komplikationen bei Luxationen: Auswirkungen von anderen knöchernen Begleitverletzungen-Störung der Gelenkmechanik
-Knorpelschäden
-sekundäre Arthrose
-Funktionsverlust von Muskeln - 16Komplikationen bei Luxationen: Auswirkungen von Knochennekrose-Bewegungseinschränkung
-Schmerzen - 17Subluxation: Definitionkeine komplette Luxation, Bänder/Muskeln so schwach, dass Gelenk nicht in physiologischer Position gehalten werden kann
- 18Luxation: Symptome-Fehlstellung
-federnder Widerstand beim Bewegungsversuch durch Kapsel-, Band- und Muskelspannung
-Schmerz
-Schwellung
--> Differenzialdiagnostik zu Fraktur zwingend erforderlich - 19Amputation: Definitionoperative oder traumatische Abtrennung eines Körperteils
- 20Amputation: Einteilung-Minoramputation
-Majoramputation - 21Amputation: MinoramputationAmputation der Extremität, bei der ein Teil des Fußes/der Hand distal des Gelenks (Sprunggelenk/Handgrundgelenk) chirurgisch abgetrennt wird
- 22Amputation: Salami-Techniksehr zurückhaltende Rezesion, um möglichst große Anteile des Skeletts zu erhalten.
Ziel: aszendierende Infektionen und damit Notwendigkeit einer Majoramputation vermeiden - 23Amputation: MajoramputationAmputation an den Extremitäten, die proximal des Sprunggelenks/Handgelenks erfolgt
- 24Wunde: Ursachen-Verletzungen
-Gewalteinwirkungen
-Beeinträchtigungen von außen - 25Wunden: Kennzeichen-sichtbare Durchtrennung der Hautbarriere oder der Schleimhäute
-sichtbare Blutungen - 26Wunden: latrogene Wunden: Beispiele-Inzision (Einschnitt, z.B. Eröffnung eines Abszesses)
-Punktion (Einführen einer Punktionskanüle, z.B. zur Gewinnung einer Gewebeprobe)
-Laser
-Spalthautentnahme
-Amputation - 27Wunden: chronische Wunden: Definition-Wunden, die sich langsam entwickeln und über längere Zeit bestehen. Ursachen hierfür sind oftmals Durchblutungsstörungen, Diabetes, Adipositas oder eine Schwäche des Immunsystems
- 28Wunden: chronische Wunden: Merkmale-gelbliche, schmierige und /oder schwarze Beläge
-unangenehmer Wundgeruch
-schmerzende und geschwollene Wundumgebung
-nässende Wunde
-zusätzliche Besiedlung der Wunde mit Krankheitserregern - 29Wunden: chronische Wunden: Begünstigungen-Durchblutungsstörungen
-Herz-Kreislauf-Erkrankungen
-Stoffwechselstörungen, z.B. Diabetes
-rheumatische Erkrankungen
-schlechter Ernährungszustand (Adipositas)
-schlecht geführter Lebenszustand (rauchen, Alkohol) - 30Wundheilungsphasen: primäre Wundheilung: Merkmale-akute und nicht infizierte (OP-)Wunde
-schnelle komplikationslose Heilung
-ohne Narbenbildung
-Wundränder glatt und eng aneinander liegend
-Strukturen können weitestgehend allein wiederhergestellt werden - 31Wundheilungsphasen: sekundäre Wundheilung: Merkmale-Wundheilungsstörungen
-Wunde infiziert und eitrig
-chronische Wunden
-heilen sehr langsam ab
-es entsteht Narbengewebe
-Gewebsstrukturen können aufgefüllt werden, aber evtl. nicht vollständig wiederhergestellt werden - 32Wundheilung: Phasen der Wundheilung-Reinigungs- oder Exsudationsphase (inflammatorische Phase)
-Granulationsphase (Proliferationsphase)
-Epithelisierungsphase (reparative Phase)
-> laufen nacheinander ab, können sich aber überschneiden - 33Wundheilung: Reinigungs- und Exsudationsphase (inflammatorische Phase)-Wundbett wird gereinigt
-Reinigung ist Voraussetzung für alle weiteren Schritte, sonst chronische Wunde
-Wunde füllt sich mit Blut (kann durch Engstellung der Gefäße wieder eingestellt werden)
-Blutgerinnungskaskade setzt ein -> Thrombozyten
-Fresszellen dringen in Wunde ein und beseitigen Bakterien und andere Erreger
-endet nach ca. 3 Tagen
-treten innerhalb dieses Stadiums Störungen auf, braucht es länger, um die Wunde zu säubern
-Erkennungsmerkmal dieses Stadiums: Wunde oft mit Kruste oder mit gelblich-schmierigem Belag - 34Wundheilung: Granulationsphase-hier wird neues Gewebe gebildet und die Wundlücke aufgefüllt
-durch Fibroblasten entsteht ein Netz, an dem sich neue Zellen im Wundbereich ansiedeln können
-Fibroblasten binden zudem neues Kollagen, um neuem Gewebe Festigkeit zu geben
-es werden neue Kapillaren gebildet, dadurch entsteht oftmals eine Räte auf der Haut
-die neuen Kapillaren sind noch wenig widerstandsfähig und können leicht verletzt werden
-mechanische Belastung muss hier minimiert werden - 35Wundheilung: Epithelisierungsphase-beginnt bei der sekundären Wundheilung ca. mit dem vierten Tag
-kann mehrere Wochen dauern
-neues Narbengewebe wird gebildet
-Granulationsgewebe wird gefäß- und wasserärmer -> Narben fester
-neue Epithelzellen wachsen vom Rand nach innen
-durch Mitose und anhaltende Kontraktion der Wunde wird das Gewebe verdickt und die Wunde verkleinert und anschließend verschlossen
-Wundbett ist meist rosa - 36Wundheilungsstörungen: Symptome-schlechte Durchblutung
-Stagnation in der Reinigungsphase, Granulations- und Epithelgewebe wird nicht gebildet
-Bildung von Nekrosen im Wundgrund
-Bildung von Belägen
-Bildung von Geruch und übermäßigem Exsudat
-Flüssigkeitsansammlung in Hohlräumen
-wiederkehrende und starke Schmerzen
-Infektionsbildung
-überschießende Gewebeneubildung (auch gestörte Narbenbildung) - 37Wundheilungsstörungen: systemische Störfaktorenentstehen im Körper oder Geist
-Medikamente
-Stress
-Mangelernährung
-Rauchen
-Immunstatus
-Immobilität - 38Wundheilungsstörungen: lokale Störfaktorenentstehen in der Wunde selbst
-Druck
-Fremdkörper
-falsche Wundauflagen - 39Beckenringfraktur: DefinitionFraktur im Bereich des Beckens, der die Integrität des Beckengürtels (Cingulum membri inferioris) unterbricht
- 40Beckenringfraktur: Epidemiologieseltene Frakturen, können jedoch im Alter als einfache Abrissfrakturen häufiger auftreten
- 41Beckenringfraktur: Ätiopathogenese-durch ausgeprägte Gewalteinwirkung auf den Organismus
-oft bei Polytraumata, wobei vor allem Stürze aus großer Höhe und Verkehrsunfälle ursächlich sind
-in höherem Alter werden sie durch Bagatelltraumen verursacht - 42Bagatelltrauma: Definitionbezeichnet eine an sich leichte Krafteinwirkung auf den Körper, die beim gesunden Menschen keinen Schaden anrichtet -> husten, niesen oder eine abrupte Körperbewegung
meist degenerative Prozesse im Körper vorhanden: Osteoporose
auch idiopathische Ätiopathogenesen sind hierbei dokumentiert = passt nicht zur Vorgehensweise, ohne erkennbare Ursache - 43Beckenringfraktur: Klinik-Hämatome im Perineal- (Damm) und Inguinalbereich (Leiste)
-evtl. Beckenasymmetrie, weil wie Trichter geformt
-starke Schmerzen
-Störungen im Bereich von Durchblutung, Motorik und Sensibilität
-Blutungen aus dem After, den Urogenitalorganen sowie der Haut - 44Beckenringfraktur: Komplikationen-häufig Begleitverletzungen im Abdominalbereich und im kleinen Becken (Symphysenbereich)
-es kann zu Verletzungen von Harnblase und Harnröhre sowie Darmperforation kommen
-Schädigung des NERVUS ISCHIADICUS sowie intraperitoneale und retroperitoneale Blutungen durch Verletzung der Iliakalgefäße, dem Plexus venosus sacralis sowie der ARTERIA FEMORALIS und der VENA FEMORALIS möglich
-aufgrund massiver Blutverluste besteht die Gefahr eines hämorrhagischen Schocks - 45Beckenringfraktur: Diagnostik-typische Fraktur-Symptome
-Kompressions- und Stauchungsschmerz am Becken
-Bewegung im Hüftgelenk
-eine Beckenübersicht sowie eine Sonographie des Abdomens sollten unbedingt angefertigt werden - 46Beckenringfraktur: AO-KlassifikationTyp A
Typ B
Typ C - 47Beckenringfraktur: AO-Klassifikation: Typ A-stabile Beckenringfraktur
-z.B. Frakturen des vorderen Beckenrings oder Frakturen der Beckenschaufeln, sowie Abrissfrakturen - 48Beckenringfraktur: AO-Klassifikation: Typ B-teilweise instabile Beckenringfraktur mit Rotationsinstabilität
-Becken kann nach vorne aufgeklappt werden (z.B. open book) - 49Beckenringfraktur: AO-Klassifikation: Typ C-komplette Instabilität des Beckenrings
-wenn Sprengung der Symphyse = Malgaigne-Fraktur
-> OP-indiziert - 50Beckenringfraktur: Open-Book-VerletzungForm der Beckenringfraktur, bei der es zu einer Symphysensprengung und zu einer unilateralen Außenrotation einer Beckenhälfte kommen kann. Dadurch klaffen die beiden Symphysenhälften auseinander (aufgeschlagenes Buch)
- 51Beckenringfraktur: Malgaigne-Fraktur-Typ C- Beckenringfraktur (Typ III nach Müller) mit hinterer und vorderer Beckenfraktur
-meistens Bruch des Os sacrum oder des ISG bei gleichzeitiger Fraktur des vorderen Beckenrings oder Symphysensprengung - 52Beckenringfraktur: Therapie: Typ A (abhängig von Begleitverletzungen und Schweregrad)konservativ mit ca. 2, eher 3 Wochen Bettruhe -> alles gut durch Bänder gehalten
- 53Beckenringfraktur: Therapie: Typ B/Coperative Therapie (z.B. Plattenosteosynthese)
-bei schweren Frakturen wird eine erste Stabilisierung der Frakturteile durch einen Fixateur externa (1 Tag post OP aufstehen) oder eine Beckenringzwinge erreicht - 54Acetabulumfraktur: DefinitionKnochenbruch im Bereich der Hüftgelenkspfanne
Verletzungshergang erfordert eine große Krafteinwirkung über den Schenkelhals auf das Acetabulum -> meist Quetschungen durch Unfälle auf Hüftseite - 55Acetabulumfraktur: Epidemiologieselten
- 56Acetabulumfraktur: AO-KlassifikationTyp A
Typ B
Typ C - 57Acetabulumfraktur: AO-Klassifikation: Typ AFrakturen eines Pfeilers mit oder ohne Dislokation
- 58Acetabulumfraktur: AO-Klassifikation: Typ BQuerfraktur mit teilweise stabilem Pfannendach
- 59Acetabulumfraktur: AO-Klassifikation: Typ CZwei-Pfeiler-Fraktur, totale Instabilität des Acetabulums, keine tragende Funktion über das Os ilium mehr vorhanden
-> OP-indiziert - 60Acetabulumfraktur: Ätiopathogenese-kann durch direkte Gewalteinwirkung entstehen (Querfraktur wird z.B. durch direkten Schlag auf Trochanter major verursacht)
-häufig im Rahmen von Anpralltraumen (dashboard injury) -> beim Anprall außenrotiertes Hüftgelenk = Verletzung des vorderen Pfeilers; beim Anprall innenrotiertes Hüftgelenk = Verletzung des hinteren Pfeilers
-abduziertes Hüftgelenk = untere Querfraktur; adduziertes Hüftgelenk = hohe Querfraktur - 61Acetabulumfraktur: Klinik-starke lokale Schmerzen
-betroffene Extremität ist verkürzt und zeigt Fehlstellung -> Hüftkopf verrutscht nach cranial, Muskeln spannen noch mehr an
-Schwellung und Hämatombildung - 62Acetabulumfraktur: Begleitverletzungen-knöcherne Begleitverletzungen, wie z.B. eine Patellafraktur oder eine Hüftkopffraktur
-Hüftgelenksluxation, ggf. mit Verletzung des Nervus ischiadicus
-im Alter Arthrose durch Stufenbildung - 63Acetabulumfraktur: Diagnostik-Klinik und Verletzungsmechanismus weisen auf Verletzung hin
-Durchblutung, Motorik, Sensibilität überprüfen
-Röntgenbild
-CT - 64Acetabulumfraktur: Therapie-operativ durch Osteosynthese
-bei älteren Patienten bietet sich Implantation einer Hüfttotalendoprothese (TEP) nach konservativer Ausheilung der Fraktur an - 65Acetabulumfraktur: Prognoseda in vielen Fällen Stufen im Bereich der Gelenkfläche verbleiben, entwickeln drei von vier Patienten im Laufe der Zeit eine schwere Coxarthrose
- 66Oberschenkelhalsfraktur: DefinitionFraktur des Oberschenkelhalses (collum femoris)
- 67Oberschenkelhalsfraktur: Epidemiologie-häufige Fraktur des alten Menschen
-jährliche Inzidenz bei Ü65 600-900 pro 100.000
-Kinder nur sehr selten betroffen - 68Oberschenkelhalsfraktur: Ätiologie-mechanische Krafteinwirkung (z.B. Drehung, Biegung, Abscherung) auf den Schenkelhals
-Unfallhergang: Sturz aus Standhöhe oder niedriger Sitzhöhe auf den Trochanter major
-forcierte Außenrotation des Beines (z.B. beim Stolpern)
-Überbelastung bei Osteoporose
-Varusstellung des Schenkelhalses (O-Bein)
-seltene Ursache: Hochrasanztraume mit axialer Stauchung des Oberschenkels (Brems- oder Beschleunigungsvorgänge, Aufprallereignisse) - 69Oberschenkelhalsfraktur: Risikofaktoren-häufig in Zusammenhang mit Osteoporose
-Frauen öfter als Männer
-Sturzneigung (Sensibilitätsausfälle bei Diabetes, Schwindel, Koordinationsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Alkoholmissbrauch, Sehstörungen) - 70Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikationen-Einteilung nach Lokalisation
-Einteilung nach Risiko der Perfusionsstörung des Femurkopfes
-Einteilung nach mechanischen Gesichtspunkten - 71Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikation nach Lokalisation-medial (intraartikulär) -> 95% aller Schenkelhalsfrakturen, werden nach Richtung der frakturauslösenden Krafteinwirkung unterteilt
~Adduktionsfraktur: Femur liegt im Hüftgelenk in Varusstellung, die Frakturfragmente neigen zur Dislokation
~Abduktionsfraktur: Femur liegt in Valgusstellung, Frakturfragmente sind meist ineinander verkeilt und neigen weniger zur Dislokation
-lateral (extraartikulär) - 72Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikation nach Risiko der PErfusionsstörung des Femurkopfes nach Garden-> je kleiner die Kontaktfläche der Frakturfragmente und je größer die Dislokation, desto höher ist Risiko einer Femurkopfnekrose
Typ1
Typ 2
Typ 3
Typ 4 - 73Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikation nach Risiko der PErfusionsstörung des Femurkopfes nach Garden: Typ 1-12%
-eingestauchte, nicht dislozierte (inkomplette) Abduktionsfraktur (valgusimpaktiert) - 74Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikation nach Risiko der PErfusionsstörung des Femurkopfes nach Garden: Typ 2-20%
- nicht dislozierte, komplette Adduktionsfraktur (varusimpaktiert) - 75Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikation nach Risiko der PErfusionsstörung des Femurkopfes nach Garden: Typ 3-48%
- teilweise dislozierte, komplette Adduktionsfraktur, Fragmente im Bereich der dorsalen Kortikalis noch verbunden - 76Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikation nach Risiko der PErfusionsstörung des Femurkopfes nach Garden: Typ 4-20%
-komplette dislozierte Fraktur, Durchblutung abgetrennt - 77Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikation nach mechanischen Gesichtspunkten nach Pauwels-Winkel der Hauptfrakturlinie zur Horizontalen wird berücksichtigt -> je größer der Winkel, desto höher ist Risiko einer Dislokation und einer schlechten Heilung
-Pauwels 1
-Pauwels 2
-Pauwels 3 - 78Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikation nach mechanischen Gesichtspunkten nach Pauwels: Pauwels 1-Winkel < 30° (Abduktionsfraktur in Valgusfehlstellung)
-günstige Heilungstendenz; individuell, ob OP oder nicht - 79Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikation nach mechanischen Gesichtspunkten nach Pauwels: Pauwels 2-Winkel 30-50°
-Adduktionsfraktur in Varusfehlstellung
-abnehmende Heilungstendenz
-OP-indiziert - 80Oberschenkelhalsfraktur: Klassifikation nach mechanischen Gesichtspunkten nach Pauwels: Pauwels 3-Winkel > 50°
-Abscherfraktur
-schlechte Heilungstendenz
-OP-indiziert - 81Oberschenkelhalsfraktur: SymptomatikAdduktionsfrakturen:
-Fehlstellung des Beines in AR, wegen des Muskelzugs der am Trochanter major ansetzenden Musculi glutaei
-Verkürzung des Beines
-Schmerzen bei Bewegung(-sversuch) im Hüftgelenk
-Varus entsteht
Abduktionsfrakturen:
-weniger starke Symptome, da hohe Reststabilität
-Druckschmerzhaftigkeit, Schmerzen bei Stauchung des Hüftgelenks - 82Oberschenkelhalsfraktur: Diagnose-gezielte Anamnese
-körperliche Untersuchung
-Röntgenaufnahme - 83Oberschenkelhalsfraktur: Was sollte bei der Anamnese in Hinblicke auf OP beachtet werden?-Klärung des genauen Unfallmechanismus
-Vorerkrankungen, wie Osteoporose, Artherosklerose, maligne Neoplasien, Erkrankungen von Herz, Leber und Nieren
-Einnahme von Medikamenten, insbesondere Gerinnungshemmer - 84Oberschenkelhalsfraktur: Differenzialdiagnosen-Knochenprellung
-Acetabulumfraktur
-Beckenfraktur
-Hüftkopffraktur
-petrochantäre Fraktur
-aktivierte Coxarthrose
-Insertionstendopathie
-Bursitis iliopectinea
-Coxitis - 85Oberschenkelhalsfraktur: Therapie-konservativ oder operativ
-in der Regel wird chirurgische Versorgung angestrebt -> Stabilität, mögliche Spätfolgen (Pseudarthrose, Hüftkopfnekrose, Thromboembolie, Dekubitus) - 86Oberschenkelhalsfraktur: Therapie: konservativ: b: bei wem?indiziert bei:
-Patienten mit ausgeprägter Herzinsuffizienz, Bronchopneumonie und signifikanter Malnutrition
-allgemeine oder lokale Kontraindikationen gegen OP
-impaktierten, stabilen Frakturen und nur geringer Abwinkelung des Femurkopfes in der Axialaufnahme
-dislozierter Fraktur bei Vorliegen von Gebrechlichkeit, Bettlägerigkeit und Demenz - 87Oberschenkelhalsfraktur: Therapie: konservative Maßnahmen-umfassen eine adäquate Schmerztherapie
-Entlastung für mind. 5 Wochen mit anschließender Mobi unter physiotherapeutischer Betreuung
-bei Bedarf zur Entlastung der Gelenkkapsel Punktion mit Drainage
-Thromboseprophylaxe -> Hüftfrakturen haben hohes Risiko für Beinvenenthrombosen und Lungenembolien - 88Oberschenkelhalsfraktur: Therapien: operativ: Osteosynthese-impaktierte, nicht dislozierte Frakturen
-jüngere Patienten (<65-70)
-hohem Aktivitätsniveau des Patienten
-gute Knochenqualität
-frische Fraktur (<24 Stunden)
-fehlende Arthrose
-gut reponierbare Fraktur
-ipsilaterale Parese
-> Schraubenosteosynthese, dynamische Hüftschraube (DHS), Marknagelosteosynthese - 89Oberschenkelhalsfraktur: Therapien: operativ: Endoprothese-ältere Patienten
-niedriges Aktivitätsniveau
-fortgeschrittene Osteoporose
-ausgeprägte Coxarthrose
-pathologische Fraktur
-nicht ausreichend reponierbare Fraktur - 90Oberschenkelhalsfraktur: Prognose-1/4 aller Patienten nach proximaler Femurfraktur versterben innerhalb eines Jahres nach Unfall
-häufig haben Patienten größere Schwierigkeiten mit Aktivitäten des täglichen Lebens im Vergleich zu gleichaltrigen Personen
-bei konservativer Behandlung beträgt Risiko einer späten Femurkopfnekrose bis zu 20%
-nach Durchführung einer Osteosynthese versterben ca. 20-30% der Patienten im 1. Jahr nach OP
-weitere hohe Risiken: Hüftkopfnekrose und Pseudarthrose
-Risiken sind insbesondere Prothesenlockerung und Protheseninfektion - 91Oberschenkelhalsfraktur: Prävention-Sturz- und Frakturrisiko durch geeignete Maßnahmen reduzieren: körperliche Aktivität, Verbesserung der Muskelkraft und Koordination, Vermeidung von Immobilisation, altersgerechte Wohnungseinrichtung, Überprüfung der Sehfähigkeit
-Hochrisikopatienten: Hüftprotektoren - 92Tibiakopffraktur: DefinitionKnochenbruch des Schienbeins im Bereich des Caput tibiae
- 93Tibiakopffraktur: Pathogenese-meist durch ein Trauma -> Sturz aus großer Höhe auf das Bein (Stauchungskräfte entlang der Längsachse zwischen Femur und Tibia, durch welche Femurkondylen den Tibiakopf imprimieren und seitlich absprengen können
-direkte Gewalteinwirkung auf Kniegelenk selbst, z.B. bei schweren Autounfällen durch Anprall unter Armaturenbrett - 94Tibiakopffraktur: AO-KlassifikationTyp A 1, 2, 3 (extraartikuläre Frakturen)
Typ B 1, 2, 3 (partiell artikuläre Frakturen)
Typ C 1, 2, 3 (vollständig artikuläre Frakturen) - 95Tibiakopffraktur: Klinik-enorme Schwellung mit Hämatom
-Bewegung im Kniegelenk ist schmerzhaft eingeschränkt bis unmöglich
-auch bei einfacher Palpation Schmerzen
-Krepitation - 96Tibiakopffraktur: Diagnose-Anamnese
-klinische Untersuchung
-Kniegelenkspunktion: Hämarthros liegt oft vor -> bei Punktion kann Blut und Fettaugen als Beweis für aus dem Knochen ausgetretenes Knochenmark (fetthaltig) dienen
-Bildgebung: Röntgen in zwei Ebenen; CT - 97Tibiakopffraktur: Begleitverletzungen-Läsionen der Arteria und Vena poplitea
-Läsion des Nervus peronaeus communis
-Ligament- und/oder Meniskusläsion
-Fibulaköpfchenfraktur - 98Tibiakopffraktur: Therapie konservativ-bei nicht-dislozierten Spaltbrüchen lässt man das Bein für einen Monat in Gipsschiene
-anschließende PT -> Bein kann nach 8 bis 12 Wochen wieder voll belastet werden
-Kniegelenkspunktion bei Hämarthros auch therapeutisch wichtig - 99Tibiakopffraktur: Therapie operativ-alle dislozierten Frakturen = OP
-Plattenosteosynthese mit T-Abstützplatte
-mit Spongiosa unterfüttern und Abstützschrauben einbringen
-Fixateur externe
-> wichtig, dass Gelenkfläche der Tibia nach Reposition präzise rekonstruiert wird - 100Tibiakopffraktur: Nachbehandlungnach OP sollte Kniegelenk für ca. 3 Monate mit PT und Bewegungsschiene entlastet, aber auch frühfunktionell mobilisiert werden
- 101Tibiakopffraktur: Komplikationen-Arthrose durch nicht exakte Reposition der Gelenkfläche
-Fibulaköpfchenfraktur kann begleitend auftreten unter Mitbeschädigung des Nervus fibularis
-Kompartmentsyndrom
-Knorpelschäden, Risse der Retinacula (Halteband für Organe und Sehnen), der Menisci und der Gelenkkapsel
-Osteomyelitis und/oder Gelenkempyem - 102distale Femurfraktur: Definition-auch suprakondyläre Femurfraktur
-am Schaft in der Nähe des Kniegelenks (bis 15cm oberhalb der Kniegelenkslinie)
-oberes Knochenfragment wird auf Innenseite gezogen, unteres Fragment nach hinten geschoben - 103distale Femurfraktur: Klinik-Schmerzen
-Bein kann nicht belastet werden, Knie kann nicht bewegt werden
-Schwellung
-Fehlstellung
-häufig offene Fraktur -> Haut durch Knochensplitter verletzt
-Bluterguss - 104distale Femurfraktur: Ursachen und Risikofaktoren-große Krafteinwirkung auf Knochen -> Verkehrsunfälle
-meist jüngere Menschen
-bei älteren Menschen meist in Nähe des Kniegelenks oder des Schenkelhalses (-> durch Osteoporose)
-Hochrasanztrauma: viel kinetische Energie (Bewegungsenergie) -> größere Trümmerzone, häufig Gelenke, Kapsel und Bänder betroffen - 105distale Femurfraktur: AO-KlassifikationTyp A 1, 2, 3 (extraartikulär, suprakondylär)
Typ B 1, 2, 3 (partiell-artikulär, kondylär)
Typ C 1, 2, 3 (artikulär, suprakondylär und kondylär) - 106distale Femurfraktur: AO-Klassifikation: Typ AA1: Abrissfraktur
A2: metaphysär einfach
A3: metaphysäre Keil- oder mehrfragmentäre Fraktur - 107distale Femurfraktur: AO-Klassifikation: Typ BB1: sagittale laterale Kondylenfraktur
B2: sagittale mediale Kondylenfraktur
B3: koronare Fraktur (bspw. Hoffa-Fraktur) - 108distale Femurfraktur: AO-Klassifikation: Typ CC1: metaphysär und artikulär einfach
C2: artikulär einfach sowie metaphysär mehrfragmentär oder keilförmig
C3: artikulär mehrfragmentär sowie metaphysär mehrfragmentär, keilförmig oder einfach - 109distale Femurfraktur: Diagnostik-Anamnese (Unfallhergang)
-körperliche Untersuchung (DMS)
-typische Begleitverletzungen abklären
-Röntgenbild (bei Trümmer- oder Defektfrakturen Vergleichsaufnahme des anderen Beines)
-bei Verdacht auf Gefäßverletzungen Dopplersonographie oder Angiographie - 110distale Femurfraktur: Begleitverletzungen-Nervenverletzungen des N. tibialis oder des N. peroneus communis
-Gefäßverletzungen der A. und V. poplitea
-Bandverletzungen der Kreuzbänder und Kollateralbänder
-Meniskenverletzung (medial oder lateral)
-Knorpelverletzung - 111distale Femurfraktur: Behandlung-bereits am Unfallort Bein schienen und vorsichtig in Länge ziehen
-operativ stabilisieren -> Bruch repositionieren und Achse sowie Rotation ohne Funktionsverlust wiederherstellen
-Osteosynthese: Winkelplatten, dynamische Kondylenschraube (DCS), retrograde Technik der Marknagelosteosynthese, eingeschobene Plattensysteme
-kniegelenksnah: präzise repositionieren - 112distale Femurfraktur: Prognose-verläuft Heilungsprozess ohne Komplikationen ist Prognose gut
-Restbeschwerden wie Schwellungen, Taubheitsgefühle oder Wetterfühligkeit können für einige Monate bestehen, aber verschwinden meist vollständig
-kniegelenksnah: nach OP früh mit Übungen beginnen, nach 12 Wochen i.d.R. voll belasten - 113distale Femurfraktur: Komplikationen-Lagerungsschäden
-Kompartmentsyndrom
-tiefe Beckenvenenthrombose
-Infektionen, insbesondere in der Markhöhle (v.a. bei offener Femurfraktur)
-Pseudarthrose (Bildung eines falschen Gelenks zwischen Bruchenden)
-Achsenfehlstellung
-Drehfehler (insbesondere bei Marknagelosteosynthese)
-Beinverkürzung - 114Pertrochantäre Fraktur: DefinitionFraktur zwischen dem Trochanter major und dem Trochanter minor -> Fraktur des hüftgelenksnahen Oberschenkelknochens
-zu 99,5% intrakapsuläre Fraktur - 115Pertrochantäre Fraktur: Ätiopathogenese-Sturz auf die Hüfte (vor allem ältere Menschen)
-ausgeprägte Krafteinwirkung z.B. Verkehrsunfall, Stauchung von unten (runterspringen) -> bei jüngeren Menschen - 116Pertrochantäre Fraktur: AO-KlassifikationA1: einfache Fraktur der lateralen Kortikalis bei intakter medialer Kortikalis -> durch Stauchung
A2: mehrfache Fraktur der medialen Kortikalis bei intakter lateraler Kortikalis -> durch Stauchung & Rotation
A3: Fraktur der medialen und lateralen Kortikalis -> durch Stauchung & Rotation - 117Pertrochantäre Fraktur: Prognose-relativ gut, aber bei jedem 10. Patient ist eine operative Revision (erneute chirurgische Einsicht zur Abklärung des Vorliegens und des Umfangs pathologischer Veränderungen einschließlich ihrer Behandlungen) nötig
- 118Pertrochantäre Fraktur: Therapie-bei älteren Menschen = operativ
-bei jüngeren Menschen, wenn Fraktur nicht verschoben und disloziert = konservativ, sonst wird operativ wenigstens versucht, den Oberschenkelkopf zu erhalten
-Osteosynthese mit dynamischer Hüftschraube oder proximalem Femurnagel, bei älteren Menschen Hüfttotalendoprothese (TEP)
-nach OP PT oder auch Ergo - 119Pertrochantäre Fraktur: Diagnostik-Röntgenaufnahmen in zwei Ebenen (Frontal- und Transversalebene)
- 120Pertrochantäre Fraktur: Differentialdiagnostik-Schenkelhalsfraktur (bei älteren Menschen)
-Beckenfraktur
-Hüftgelenksluxation
-Verdacht auf pathologische Fraktur -> entsprechende Diagnostik - 121Pertrochantäre Fraktur: Begleitverletzungen-mehr oder weniger ausgeprägte Hämatome
-jüngere Menschen: knöcherne und ligamentäre Begleitverletzungen (durch ausgeprägte Krafteinwirkung) - 122Pertrochantäre Fraktur: Klinik-starke Schmerzen -> nicht mehr bewegen i.d.R
-wenn disloziert = Verkürzung des Beines und/oder pathologische Außenrotation in Ruhestellung im Hüftgelenk - 123Pertrochantäre Fraktur: Komplikationen-selten
-verzögerte Frakturheilung durch Belastung des Beines kann zu Implantatbruch führen -> zweite OP
-Wundheilungsstörungen
-Thrombose
-Lungenembolie - 124Pertrochantäre Fraktur: Risikofaktoren-Osteoporose
-Sturz-/Fallneigung
-ggf. falsche Positionierung des Schaftes in einer Prothese - 125Femurschaftfraktur: Definition-Fraktur des Femurs auf Höhe zwischen hüftgelenksnahen Trochanterregion und der Region suprakondylär (kniegelenksnah oberhalb der Gelenkrollen)
-diaphysäre Femurfraktur - 126Femurschaftfraktur: Ätiopathogenese-Einwirkung erheblicher Kräfte -> Verkehrsunfall oder Sturz aus großer Höhe
-als pathologische Fraktur bei Tumorpatienten durch Tumor oder Metastasen (Schwächung der Knochenstabilität)
-oft als Biegungsfraktur, denn je länger der Knochen, desto eher kommt es dazu -> kleine Knochen sind zu kurz zum Biegen - 127Femurschaftfraktur: Prognosegut
90% heilen innerhalb von 3 bis 4 Monaten ohne bleibende Schäden - 128Femurschaftfraktur: Therapie-operativ -> Marknägel, teilweise in Kombi mit Verriegelungsschrauben -> Heilung wird beschleunigt, kann früher belastet werden
-Polytraumata, Trümmerfakturen und offene Frakturen mit ausgeprägten Weichteilschäden -> Fixateur externe, da mehr Knochensubstanz verletzt (größerer Durchmesser und Belastung) -> durch Marknagel ersetzt, wenn Allgemeinzustand verbessert
-nach OP auf ligamentäre Begleitverletzungen untersuchen - 129Femurschaftfraktur: Diagnostik-Röntgenaufnahmen des gesamten Beines, Beckens oder Femurs
-DMS
-auf Zeichen eines hypovolämischen Schocks achten (durch Blutverlust) - 130Femurschaftfraktur: Begleitverletzungen-erhebliche Weichteilschäden
-Verletzungen der A. femoralis
-Bandverletzungen im Kniebereich
-Nervenschäden (v.a. ischiadicus) selten durch ausgeprägte Oberschenkelmuskulatur - 131Femurschaftfraktur: Klinik-Bein verkürzt
-Oberschenkel zeigt deutliche Fehlstellung
-Knie kann nicht gebeugt, Unterschenkel nicht angehoben werden
-kalt-schweißige Haut mit blasser, gräulicher Farbe, frösteln, zittern -> Kreislaufschock durch Blutverlust - 132Femurschaftfraktur: Komplikationen-bis zu 3 Liter Blutverlust
-hypovolämischer Schock (Verminderung der zirkulierenden Blutmenge)
-Fettembolie (fettreiches Knochenmark kann in Blut eingeschwemmt werden und zu Gefäßverschlüssen im Bereich der Lunge, der Haut und des Gehirns führen)
-Knochennekrosen
-Infektionen
-Nervenverletzungen mit Lähmungserscheinungen
-Implantatbrüchen
-post-OP: Thrombose, Lungenembolie, Achs- und Rotationsfehlstellungen - 133Unterschenkelfraktur: DefinitionFraktur im Bereich des Unterschenkels
-> sowohl im proximalen ohne Kniegelenksbeteiligung, als auch im distalen ohne Sprunggelenksbeteiligung - 134Unterschenkelfraktur: Ätiopathogenese-durch indirekte und direkte Krafteinwirkung
-je nach Richtung und Art kommt es zu Biegungs-, Kompressions-, Spiral- und/oder Mehrfragmentfraktur - 135Unterschenkelfraktur: Klinik-Schmerzen
-Fehlstellungen
-Schwellung
-Funktionseinschränkungen
-häufig offene Frakturen, da Weichteildeckung am Unterschenkel nur gering ausgeprägt - 136Unterschenkelfraktur: Komplikationen-Risiko für Infektionen durch gering ausgeprägten Weichteilmantel
-Kompartmentsyndrom
-Verletzung von Nerven und Gefäßen
-Pseudarthrose
-Torsionsfehlstellung (Verdrehung des Knochens)
-Thrombose
-Lungenembolie - 137Unterschenkelfraktur: Diagnostik-DMS
-Röntgenaufnahmen des Unterschenkels sowie der angrenzenden Gelenke in zwei Ebenen - 138Unterschenkelfraktur: Klassifikation nach Lokalisation-proximale Unterschenkelfraktur (im Bereich der proximalen Tibia)
-Tibiaschaftfraktur
-distale Unterschenkelfraktur (im Bereich der distalen Tibia)
-Fibulafraktur (Fraktur des Wadenbeins)
-> häufig kombiniert - 139Unterschenkelfraktur: AO-KlassifikationA1: einfache Spiralfraktur
A2: einfach Schrägfraktur
A3: Querfraktur
B1: Drehkeilfraktur
B2: Biegekeilfraktur
B3: fragmentierte Keilfraktur
C1: komplexe Spiralfraktur
C2: Segmentfraktur
C3: multifragmentäre Fraktur - 140Unterschenkelfraktur: Therapiekonservativ:
-nichtdislozierte, stabile Frakturen
-6 Wochen Oberschenkelliegegips, 4 Wochen Oberschenkelgehgips
->lange Immobilisation = Komplikationen (Thrombose, Kontrakturen, Muskelatrophie) -> daher eher operativ
operativ:
-proximales Drittel der Tibia: Plattenosteo
-mittleres/distales Drittel der Tibia und Etagenfrakturen: Marknägel und Verriegelungsnägel
-Trümmerfrakturen und offene Frakturen: Fixateur externe - 141Unterschenkelfraktur: Prognose-wenn Weichteilverletzungen gering = Prognose gut, folgenlos
- 142Unterschenkelfraktur: Nachbehandlung-nach OP nach wenigen Tagen PT und Teilbelastung
-regelmäßige Röntgenkontrollen
-zweite OP für Entfernung des Osteosynthesematerials - 143Isolierte Fibulafraktur: DefinitionFraktur ausschließlich der Fibula
- 144Isolierte Fibulafraktur: Epidemiologie-am häufigsten ist der distale Teil der Fibula betroffen (Außenknöchelfraktur)
- 145Isolierte Fibulafraktur: Ätiopathogenese-Gewalteinwirkung auf Unterschenkel -> Sportler, v.a. Fußballer
-Verkehrsunfälle
-distale Frakturen v.a. durch rasantes Umknicken -> (Sub-)Luxation des Sprunggelenks
-Fibulaköpfchen v.a. bei Knieluxation - 146Isolierte Fibulafraktur: Diagnostik-Röntgenaufnahme
-Begleitverletzungen ausschließen - 147Isolierte Fibulafraktur: Komplikationen-degenerative oder traumatische Arthritis
-abnormale Deformität oder dauerhafte Behinderung des Knöchels
-langfristige Schmerzen
-dauerhafte Schädigung der Nerven und Blutgefäße im Bereich des Sprunggelenks
-abnormaler Druckaufbau in den Muskeln um den Knöchel
-chronische Schwellung der Extremität - 148Isolierte Fibulafraktur: Klassifikation-proximale Fibulaköpfchenfraktur: meist als Avulsionsfraktur des Ligamentum collaterale fibulare mit Schädigung des Kniegelenks
-Fibulaschaftfraktur: z.B. durch Anpralltrauma
-distale Fibulafraktur: im Bereich des Malleolus lateralis selten -> häufig Syndesmose und/Bänder betroffen, sodass Sprunggelenksfraktur
-> Maisonneuve-Fraktur - 149Isolierte Fibulafraktur: Maisonneuve-Fraktur-hohe Fibulafraktur
-in Kombination mit einem Längsriss der Membrana interossea
-sowie Ruptur der Syndesmose
-sowie Absprengung des Volkmann-Dreiecks (keilförmiger Abbruch des hinteren bzw. vorderen distalen Tibiaendes durch Zug durch Syndesmose) -> Fibula verrutscht nach unten, zählt zu Sprunggelenksfrakturen (oft bei Weber B oder C) - 150Isolierte Fibulafraktur: Symptome-Schmerzen beim Auftreten
-Schwellung
-Nervus fibularis kann betroffen sein -> Extensionsschwäche der von ihm innervierten Fußmuskulatur - 151Isolierte Fibulafraktur: Therapiekonservativ:
-nicht dislozierte, stabile Frakturen ohne wesentliche WT-Verletzung
-Ruhigstellung mittels Gipsschiene bis zum Abschwellen
-oder rein funktionelle Therapie mittels Tape- oder elastischem Verband (wie Zinkleimverband) oder Unterschenkelgehgips für 4 Wochen
operativ:
-komplizierte Fibulafrakturen - 152Isolierte Fibulafraktur: Prognose-heilen normalerweise ohne Komplikationen
-vollständige Genesung innerhalb einiger Wochen bis einiger Monate i.d.R. - 153Sprunggelenksluxationen: DefinitionKontaktverlust von gelenksbildenden Knochenendungen am Sprunggelenk, der teilweise (Subluxation) oder auch vollständig auftreten kann -> Frakturen möglich, meist nur Bänder betroffen
oberes Sprunggelenk: aus Tibia, Fibula und Talus
unteres Sprunggelenk: innerhalb der Fußwurzelknochen zwischen Talus, Calcaneus und Os naviculare - 154Sprunggelenksluxationen: Epidemiologie-häufig bei Sportlern/jungen Erwachsenen
-bei älteren Menschen - 155Sprunggelenksluxationen: Ätiopathogenese-beim Umknicken (Pronations-/Supinationstrauma) oder durch Drehstürze beim Sport
-durch unebene Bodenverhältnisse, abrupte Richtungswechsel, schlechtes Aufkommen nach Sprüngen begünstigt - 156Sprunggelenksluxationen: Diagnose-Anamnese
-körperliche Untersuchung -> Lokalisation durch Abtasten der Fraktur
-Prüfung der Bandstabilität
-Prüfung von Nerven- und Gefäßverletzungen
-Röntgenaufnahmen -> knöcherne Strukturen
-CT oder MRT -> bandhafte Strukturen - 157Sprunggelenksluxationen: Therapiekonservativ:
-bestenfalls direkte Reposition des Sprunggelenks
-Vacoped, Schiene
operativ:
-Frakturtypadaptierte stabile Osteosynthese evtl. kombiniert mit Bandnaht
-frühfunktionelle Nachbehandlung mit Mobilisierung und direkter PT -> Lymphdrainage, MT, KG, angrenzende Gelenke mobilisieren (passiv, assistiv, aktiv, funktionell) - 158Sprunggelenksluxationen: Komplikationen-Pseudarthrose
-Nekrosen
-Infektionen
-Refrakturen durch frühzeitige Belastung
-Osteoporose - 159Sprunggelenksluxationen: Symptome-Schmerzen
-Hämatom
-Ödem
-Fehlstellung
-Belastungsunfähigkeit
-Bewegungseinschränkung
-evtl. Instabilität
-evtl. Gefühlsstörung im Fuß - 160Sprunggelenksluxationen: Risikofaktoren-Osteoporose
-nicht adäquates Schuhwerk
-unerwartete Bodenverhältnisse - 161Sprunggelenksluxationen: Bandverletzungen: Klassifikation nach WeberEinteilung bezieht sich auf Lage der Fraktur zur Lage der Syndesmose
Weber-A-Fraktur
Weber-B-Fraktur
Weber-C-Fraktur - 162Sprunggelenksluxationen: Bandverletzungen: Klassifikation nach Weber: Weber-AFraktur des OSG unterhalb der Syndesmose
Therapie: meist reicht Eingipsung - 163Sprunggelenksluxationen: Bandverletzungen: Klassifikation nach Weber: Weber-BFraktur im Bereich/auf der Höhe der Syndesmose -> kann daher mitverletzt sein, z.B. längs geteilt
Therapie: meist OP-indiziert - 164Sprunggelenksluxationen: Bandverletzungen: Klassifikation nach Weber: Weber-CFraktur oberhalb der Syndesmose, meist in Folge einer Pronation/Eversion -> Syndesmose zerrissen
Sonderformen:
-Maisonneuve-Fraktur
-bimalleoläre Fraktur
-trimalleoläre Fraktur
Therapie: operative Behandlung , um Sprunggelenksgabel wiederherzustellen durch Stellungsschraube, Naht der Syndesmose - 165Sprunggelenksluxationen: Bandverletzungen: Klassifikation nach Weber: Weber-C-Sonderform: MaisonneuveFraktur im Bereich der proximalen Fibula, Zerreißung der Syndesmose, der Membrana interossea und des Lig. deltoideum
- 166Sprunggelenksluxationen: Bandverletzungen: Klassifikation nach Weber: Weber-C-Sonderform: bimalleolärAußen- und Innenknöchel gebrochen -> Abriss oder Abscherung des medialen Kondylus, oft in Verbindung mit Verletzung des kapsulo-ligamentären Strukturen
- 167Sprunggelenksluxationen: Bandverletzungen: Klassifikation nach Weber: Weber-C-Sonderform: trimalleolär-Fraktur des lateralen und medialen Malleolus
-Absprengung der ventralen oder dorsalen Tibiakante
-Syndesmose verletzt -> Instabilität des Gelenkes
-Luxation des Talus möglich -> große Gelenkflächen werden beschädigt - 168Talusfraktur: DefinitionFraktur im Bereich des Sprungbeins
- 169Talusfraktur: Epidemiologieselten, weniger als 4% aller Fußfrakturen
- 170Talusfraktur: Ätiopathogenese-ausgeprägte Krafteinwirkung, z.B. Stürze aus großer Höhe oder Verkehrsunfälle
-Sport
-Alltag (Treppen runter, Unebenheiten -> SG trägt gesamtes Gewicht) - 171Talusfraktur: Klassifikation nach Lokalisationzentral:
-50% verläuft die Frakturlinie durch den Talushals
-25% durch den Taluskörper
-25% durch den Taluskopf
-> zentrale Frakturen machen 75% der Talusfrakturen aus
peripher:
-mit Beteiligung des Processus lateralis, Processus posterior, Abscherfrakturen von Talus - 172Talusfraktur: Klassifikation nach HawkinsTyp 1: keine Luxation
Typ 2: Fraktur mit Luxation im USG
Typ 3: Taluskörper bricht aus dem OSG und USG nach dorsal aus
Typ 4: wie eine Typ 3-Fraktur in Kombi mit einer Luxation im Talonavikulargelenk - 173Talusfraktur: Symptome-starke Schmerzen
-Bewegungseinschränkung im OSG
-Schwellungen und häufig ein Hämatom - 174Talusfraktur: Komplikationen-Gefahr einer avaskulären Nekrose (Absterben von Zellen durch Schädigungen) aufgrund von schlechter Blutversorgung
- 175Talusfraktur: Risiko-Gefahr eines Kompartmentsyndroms im Bereich des Unterschenkels und des Fußes steigt von Typ 1 zu Typ 4 enorm an
- 176Talusfraktur: Therapiekonservativ:
-bei peripheren und zentralen Frakturen ohne Dislokation und ohne Gelenkbeteiligung
-4-6 Wochen Ruhigstellung in einem Unterschenkelgips, Vacoped
-nach 8 Wochen wieder voll belastungsfähig
operativ:
-ab Typ 2 nach Hawkins
-Osteosynthese
-Prognose abhängig vom Schweregrad der Verletzung
-insbesondere bei Typ 3 & 4 entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Arthrose -> Verhältnis von Abrieb zu Belastung - 177Talusfraktur: Begleitverletzungen-offene Verletzungen
-Verletzungen der Außen- und Innenknöchel
-begleitende Brüche des Fersenbeins und Unterschenkelbrüche
-Fußwurzel- und Mittelfußbrüche - 178Talusfraktur: Diagnostik-DMS -> notwendig aufgrund der anatomischen Nähe von Nerven und Gefäßen
-Röntgenaufnahme in 2 Ebenen, häufig mit CT - 179Calcaneusfraktur: DefinitionFraktur des Fersenbeins (Calcaneus)
Calcaneus: größter Knochen des Fußes, Teil des knöchernen Fußlängsgewölbes, gehört zum unteren Sprunggelenk, an ihm setzt Achillessehne an - 180Calcaneusfraktur: Epidemiologie-selten -> 1-2% aller Knochenbrüche
-Männer öfter betroffen als Frauen (5:1)
-oft im 30. bis 50- Lebensjahr - 181Calcaneusfraktur: Ätiopathogenese-Hochrasanztrauma durch axiale Stauchung: Sturz aus großer Höhe, Verkehrsunfall, Sportunfall
-im Rahmen eines Polytraumas
-Arbeitsunfälle
-Umknicken des Fußes - 182Calcaneusfraktur: Klassifikation nach SandersDislokation in der posterioren Gelenkfacette des Calcaneus (Diagnostik über CT)
Typ 1 a, b, c
Typ 2 a, b, c
Typ 3 a, b, c
Typ 4 - 183Calcaneusfraktur: Klassifikation nach Sanders, Typ 1Typ 1: keine Dislokation
a: Frakturverlauf lateral
b: Frakturverlauf zentral
c: Frakturverlauf medial - 184Calcaneusfraktur: Klassifikation nach Sanders, Typ 2Typ 2: Dislokation in einer Frakturlinie
a: lateral
b: zentral
c: medial - 185Calcaneusfraktur: Klassifikation nach Sanders, Typ 3Typ 3: Dislokation in zwei Frakturlinien
a: lateral und zentral
b: lateral und medial
c: zentral und medial - 186Calcaneusfraktur: Klassifikation nach Sanders, Typ 4Typ 4: Dislokation in drei oder mehr Frakturlinien
- 187Calcaneusfraktur: AO-KlassifikationTyp A 1, 2 (extraartikuläre Fraktur)
Typ B 1, 2 (intraartikuläre Fraktur vom Tongue Type)
Typ C 1, 2, 3 (Luxationsfrakturen)
Tongue-Type
Joint Depression Type: Impressionsfraktur (Eindrucksbrüche -> Verlagerung von Knochenfragmenten nach innen), Frakturlinie verläuft kranial - 188Calcaneusfraktur: AO-Klassifikation, Typ Aextraartikuläre Frakturen
A1: Avulsionsfraktur, Fraktur des Tuber calcanei oder extraartikuläre Tongue-Type-Fraktur
A2: Fraktur des Corpus calcanei - 189Calcaneusfraktur: AO-Klassifikation, Typ Bintraartikuläre Frakturen vom Tongue-Type
B1: einfache Fraktur
B2: Mehrfragmentfraktur
Tongue-Type: Frakturlinie verläuft horizontal durch den Tuber calcanei - 190Calcaneusfraktur: AO-Klassifikation, Typ CLuxationsfrakturen
C1: Impressionsfraktur Typ 2 Sanders
C2: Impressionsfraktur Typ 3 Sanders
C3: Mehrfragmentfraktur Typ 4 Sanders - 191Calcaneusfraktur: Risikofaktoren-Osteoporose (oft Avulsionsfraktur)
-Gleichgewichtsstörungen
-erhöhte Umknickgefahr - 192Calcaneusfraktur: Klinik-Belastungs- und Abrollschmerzen, Druckschmerz der Fußsohle (lokale Blässe -> Anzeichen Drucknekrose)
-Schwelung und Deformierung des Rückfußes (meist verkürzt, da Fuß nach hinten wandert)
-Hämatom der Fußsohle
-schmerzbedingt aufgehobene Beweglichkeit im unteren Sprunggelenk und Gehfähigkeit
-Krepitation - 193Calcaneusfraktur: Begleitverletzungen-Talusfraktur
-Weichteilverletzungen
-Kompartmentsyndrom
-Fraktur von Femur, Wirbelsäule und Becken (bei Poly- und Hochrasanztrauma) - 194Calcaneusfraktur: Diagnostik-Anamnese für Unfallmechanismus
-DMS
-Röntgen und CT - 195Calcaneusfraktur: Therapie-PECH
-konservativ: Sanders Typ 1, bei extra- und intraartikulären nicht dislozierten Frakturen -> Fersenentlastungsorthese
-operativ: bei komplizierten, oft dislozierten Frakturen, offenen Frakturen -> winkelstabile Schrauben- und Plattenosteosynthese - 196Calcaneusfraktur: Komplikationen-Kompartmentsyndrom
-Wundheilungsstörung
-Weichteilnekrose
-Bildung einer Pseudarthrose
-Arthrose
-Läsion des N. suralis - 197Calcaneusfraktur: Prognose-schlechter, je mehr Frakturfragmente beteiligt sind, je älter man ist, je mehr Begleiterkrankungen existieren, je dislozierter der Bruch ist
-bei Trümmerfrakturen: oft chronische Schmerzen im Fuß
-viele Patienten entwickeln Arthrose im Bereich des Subtalargelenkes - 198Mittelfußfraktur (Metatarsalfraktur): DefinitionFraktur eines oder mehrerer der fünf Ossa metatarsalia
- 199Mittelfußfraktur (Metatarsalfraktur): Ätiopathogenese-meist bei Unfällen -> Kompressionsfraktur, Biegungsfraktur (z.B. Gegenstand fällt auf Fuß)
- 200Mittelfußfraktur (Metatarsalfraktur): Klassifikation-Schaftfraktur
-Luxationsfrakturen mit Beteiligung des Lisfranc-Gelenks (Verbindung: Fußwurzelknochen und Mittelfußknochen)