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Thema 2 - Klassische Konditionierung

christine.pelika Allgemeine Psychologie German 5.0Average rating 5.0 out of 5 (1 rating) 19 cards

Thema 2 - Klassische Konditionierung

Cards in this deck (19)

  1. 1Klassische KonditionierungEine bereits im Verhaltensrepertoire
    vorhandene Reaktion wird mit einem
    neuen Auslösereiz assoziiert.
  2. 2Klassisches Experiment (Pawlow)Hunde als Versuchstiere
    – Speichelreaktion des Hundes (unkonditionierte Reaktion,
    UCR) auf Futtergabe (unkonditionierter Stimulus, UCS)
    – UCR wird in mehreren Durchgängen mit neutralem Reiz (Glockenton)
    assoziiert.
    – Glockenton wird zu einem
    konditionierten Stimulus
    (CS), der eine
    Speichelreaktion als
    konditionierte Reaktion
    (CR) auslösen kann.
  3. 3Schema des Experiments von Pawlow1. Glockenton → OrienIerungsreakIon, kein Speicheln
    2. FuJer (UCS) → Speicheln (UCR)
    3. Glockenton + FuJer → Speicheln
    nach mehreren Wiederholungen:
    Glockenton (CS) → Speicheln (CR)
  4. 4Reflexe als Basis der klassischen Konditionierungklassische Konditionierung beginnt immer mit ungelernten, bereits im
    Verhaltensrepertoire vorhandenen Reaktionen (Reflexen)
    – "vorverdrahtete" Stimulus-Reaktionseinheiten (neurophysiologisch:
    Reflexbogen)
    – unwillkürlich
    – angeboren
    – adaptive Funktion (Evolution)
    Mit der klassischen Konditionierung können keine neuen
    Verhaltensweisen erworben werden!
  5. 5Häufig untersuchte konditionierte ReaktionenLidschlussreflex: Lidschluss als Reaktion auf Luftstoß auf das Auge
    Konditionierte Unterdrückung: Unterdrückung des normalen Verhaltens (z.B. operant konditioniertes Hebeldrücken) als Reaktion
    auf einen unangenehmen
    (furchtauslösenden) Reiz
    Elektrogalvanischer Reflex: Erhöhung der Hautleitfähigkeit (Schweiß) als
    Reaktion auf emotionsauslösende Reize (Furchtreaktion) und Schmerzreize
    Geschmacksaversionslernen: Übelkeit in Reaktion auf giftige Substanz (z.B.
    verdorbene Speisen) wird auf Geschmack konditioniert.
  6. 6Einschränkung der StimulussubstitutionPlausibel, aber nicht vollständig überzeugend, da konditionierte und
    unkonditionierte Reaktion nicht identisch sind:
    Intensität und Dauer: konditionierte Reaktion oft weniger stark und kürzer
    Umfang: Konditionierte Reaktion enthält nicht alle Elemente der
    unkonditionierten Reaktion.
    Im Experiment von Pawlow: UR enthält Speicheln, Kauen und
    Schlucken, CR nur Speicheln)
    Richtung: Konditionierte Reaktion ist manchmal das Gegenteil der
    unkonditionierten Reaktion.
    Elektroschock (UCS) bei Ratten löst Anstieg der Herzfrequenz aus (UR),
    die konditionierte Reaktion (CR) besteht aber in einem Absinken der
    Herzfrequenz
  7. 7S-S Verbindung / S-R VerbindungUCS-Zentrum
    wird aktiv, wenn UCS auftritt (z.B. Futter).
    CS-Zentrum
    wird aktiv, wenn CS auftritt (z.B. Glockenton).
    Aktivierung des
    Reaktionszentrums
    bringt CR/UCR (z.B. Speichelfluss) hervor.
    Zwei Möglichkeiten der Klassischen Konditionierung (Stimulussubstitution):
    – Neue Assoziation zwischen CS- und UCS- Zentrum (→Stimulus-Stimulus-
    Assoziation)
    – Neue Assoziation zwischen CS- und Reaktionszentrum (→Stimulus Reaktions-
    Assoziation)
  8. 8Experiment von Rescorla (1973) mit Ratten und konditionierter Unterdrückung (Unterdrückung von Hebeldrücken)Phase 1 (klassische Konditionierung): 30-sek. blinkendes Licht (CS)
    wird mehrfach mit lautem Geräusch (UCS) gekoppelt →konditionierte
    Unterdrückung des Hebeldrückens
    Phase 2: Zwei Experimentalgruppen
    Habituationsgruppe: Geräusch (UCS) wird oft hintereinander präsentiert
    → Abschwächung der UCR
    Kontrollgruppe: kein Stimulus
    Testphase: Blinkendes Licht (CS)
    → Unterdrückung des Hebeldrückens (CR) in der Kontrollgruppe
    häufiger als in der Habituationsgruppe
    Übertragung der Habituation auf CR nur durch Stimulus-Stimulus-
    Assoziationen erklärbar.
  9. 9Erwerb (Akquisition)• Klassische Konditionierung erfordert in der Regelmehrere Paarungen von CS und UCS.
    • Nach wenigen Paarungen ist CR noch selten und schwach.
    • Mit weiteren Lerndurchgängen steigen Intensität und Häufigkeit der CR an.
    • abgeflachte Lernkurve
    • Lage der Asymptote wird wesentlich durch Stärke des UCS bestimmt.
    – Beispiel Lidschlussreflex: Gruppe A erhielt 130 Lerndurchgänge mit
    starkem Luftstoß (UCS), bei Gruppe B wurde nach 90 Durchgängen
    schwächerer Luftstoß eingesetzt.
  10. 10Löschung• Klassisch konditionierte Reaktionen sind in der Regel dauerhaft:
    – Bsp. erlernte Furchtreaktionen, Geschmacksaversion
    – keine Abschwächung über die Zeit
    – "Auffrischung" der UCS-CS-Verbindung in der Regel nicht nötig.
    •Löschung (Extinktion): Klassisch konditionierte Reaktionen können
    "gelöscht" werden, indem der CS wiederholt ohne den
    UCS präsentiertwird → Prinzip vieler verhaltenstherapeuIscher Techniken.
    • Verlauf der Löschung spiegelbildlich zum Erwerb der CR.
  11. 11SpontanerholungWenn der CS zu einem späteren Zeitpunkt erneut präsentiert wird,
    kommt es zu einer (abgeschwächten) CR → Spontanerholung.
    •Inhibitionstheorie (Konorski, 1948):
    – Exzitatorische (erregende) Assoziation zwischen CS und UCS wird bei der
    Löschung durch inhibitorische (hemmende) Assoziation
    kompensiert.
    – Inhibitorische Assoziation ist aber fragiler und lässt mit der Zeit nach, so dassdie exzitatorische Assoziation wieder zum Tragen kommt.
  12. 12DisinhibitionWenn nach erfolgreicher Löschung einer CR (z.B. Speichelfluss) kurz vor
    dem CS (z.B. Glockenton) ein neuer Reiz verabreicht wird (z.B. Hupenton),
    kann es sein, dass die CR erneut auftritt.
    Erklärung im Sinne der Inhibitionstheorie: Neuer Reiz lenkt
    Aufmerksamkeit von CS ab und unterbricht (eher) die
    fragilere Inhibition.
  13. 13Schneller Wiedererwerb– Wenn nach erfolgreicher Löschung einer CR eine erneute klassische
    Konditionierung durchgeführt wird, ist die Lernratedeutlich erhöht.
    – Erklärung im Sinne der Inhibitionstheorie: Inhibitorische Assoziation lässt sich schneller wieder rückgängig machen, als sich die exzitatorische Assoziation erzeugen lässt.
  14. 14Konditionierte InhibitionKonditionierte Inhibition
    liegt vor, wenn ein CS als
    inhibitorischer CS das
    Auftreten einer CR verhindert, die auf einen exzitatorischen CS
    konditioniert wurde.
  15. 15StimulusgeneralisierungEine CR wird in der Regel auch dann gezeigt,
    wenn Reize gezeigt werden, die dem CS ähnlich sind
  16. 16Stimulusdiskrimination–Gegenstück zu Stimulusgeneralisierung:
    • Wenn ein Reiz, der dem CS ähnlich ist, wiederholt ohne den UCS
    präsentiert wird, klingt die Reaktion auf den CS-ähnlichen Reiz ab.
    • Auf ähnliche, aber unterschiedliche Reize (z.B. hohe vs. tiefe Töne)
    können unterschiedliche Reaktionen (z.B. galvanischer Hautreflex
    vs. keine Reaktion) konditioniert werden.
  17. 17Garcia- EffektExperiment von Garcia und Koelling (1966) mit Ratten:
    Gruppe 1: Klassische Konditionierung von Vermeidungsverhalten (UCS:Elektroschock) durch Paarung mit audiovisuellem Reiz (Licht/Ton,
    CS1) und olfaktorischem Reiz (süßer Geschmack, CS2) [bei Wasseraufnahme]
    Gruppe 2: Klassische Konditionierung von Vermeidungsverhalten (UCS:
    Röntgenstrahlung/Lithium) durch Paarung mit audiovisuellem Reiz (Licht/Ton,CS1) und olfaktorischem Reiz (süßer Geschmack, CS2) [bei Wasseraufnahme]
    Testphase:
    Bei Elektroschock als UCS Vermeidung bei audiovisuellem CS1stärker als bei
    olfaktorischem CS2
    • Bei Röntgenstrahlung/Lithium als UCS umgekehrt: Vermeidungsreaktion bei
    olfaktorischem CS2 stärker als bei audiovisuellem CS1 bei besserer „Passung“ von CS und CR stärkere CR!
    Seligman(1970): Biologische Bereitschaft (preparedness) erhöhen die Wirksamkeit
    bestimmter konditionierter Reize
    ähnlich bei phobischen Reizen
  18. 18Bedingungen der Wirksamkeit der klassischen KonditionierungUnterscheidbarkeit des konditionierten Stimulus von anderen Reizen:
    akustische Reize meist besonders geeignet, da gut unterscheidbar
    Stärke des unkonditionierten Reizes:
    je stärker der UCS, umso intensiver und wahrschein
    licher ist die CR
    Stärke der unkonditionierten Reaktion:
    je stärker die UCR, umso schneller gelingt die Konditionierung
    Häufigkeit der Paarungen von UCS und CS:
    nach nur wenigen Paarungen von UCS-CS in der Regel keine CR
    abgeflachte Lernkurve (→ AkquisiIon)
    Kontiguität: Häufigkeit, in der CS und UCS in enger zeitlicher und räumlicher
    Nähe zueinander auftreten
  19. 19Varianten der zeitlichen Abfolge von CS und USVarianten der zeitlichen Abfolge von CS und US

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Allgemeine Psychologie Flashcards on Thema 2 - Klassische Konditionierung, created by christine.pelika on 03/08/2015.
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