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Qualitative Forschung

Kirsten Moser Psychologie Bachelor German

Mindmap zur Qualitativen Forschung: Grounded Theory, Interview, Interaktionismus und narrative Ansätze

Mindmap: Qualitative Forschung

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Qualitative Forschung

  1. Grounded Theory

    • gleichzeitige Datensammlung und -analyse
      • Zu Beginn: Forscher offen, Empfänger von Eindrücken • Kodierung und Kategorienbildung • Bildung erster vorläufiger Hypothesen: lenken weiteren Forschungsprozess -->selektive Datenaufnahme Gleichzeitig mehrere Hypothesen Integration der Hypothesen in größeren theoretischen Bezugrahmen Dabei: beständiges Überprüfen und Revidieren vorheriger Schritte • Zeitliche Parallelität und wechselseitige Abhängigkeit, Steuerung des Prozesses aus sich selbst heraus <-> idealtypische und situationsunabhängige Sequenzialität der Forschungsprozesse (vgl. Popper: Logik der Forschung)
      • Möglichst große Theorienvielfalt, auf unterschiedlichen Niveaus <-> quantitativ: implizite Unterstellung, dass nur eine richtige Theorie
    • Kluft zwischen Theorie und emp. Forschung
      • bedürfen nicht verbesseretr stat. Methoden zur Hypothesenprüfung
      • Anwendbarkeit und Angemessenheit der Theorien selbst ist problematisch
    • Theoretisches Sampling und Theoretische Sättigung
      • Auswahl einzelner Fälle aufgrund theoretisch-praktischer Vorkenntnisse
        • offenes, axiales, selektives Kodieren
      • von Strategie des minimalen Vergleichs zu Strategie des maximalen Vergleichs: Bsp,. Erst alt dann jung bei KüblerRoss
      • wenn neue Daten Theorie nur noch bestätigen, keine neuen Informationen mehr bringen
      • konzeptuelle Repräsentativität vs. Statistische Repräsentativität
    • Vorteile: Berücksichtigung vieler Aspekte, wann immer si eauftauchen / optimale Anpassung der Theorie an die Wirklichkeit
      • <--> quant.Forschung, falsch Info zu falschenm Zeitpunkt bei Operationalisierung, kann erst in neuer Untersuchung verwertet werden
    • Kritik 1) Annahme völliger Voraussetzungslosigkeit irreführend: haben immer Vorwissen/Vorverständnis 2) Keine Wahrnehmung, die nicht von Erwartung durchsetzt 3) Nicht zu bearbeitende Datenfülle 4) Sicherung der Intersubjektivität/Objektivität unklar 5) Datensammlung unkontrolliert und willkürlich > Unterschied qualitative Forschung und gewöhnliche Alltagserfahrung? 6) Validität schwierig zu überprüfen: sind die Daten wirkliche empirische Bezugspunkte der Theorie?
  2. Das qualitative Interview

    • z.B. sinnvoll für Fragen zu Identitätsentwicklung und Wertbindung
    • <--> quant. hier keine Standardisierung
    • lange Interviewdauer bis zu ein Tag, freie Gestaltung durch Befragten, Verdeutlichung der Relevanzstruktur des Betroffenen
    • Formen: Narratives, Episodisches, Problemzentriertes, fokussiertes, Tiefeninterview, Rezeptives Interview
  3. geisteswissenschaftlicher Zugang, Erkenntnis durch Verstehen, eher verständigungsorientiert, Interpretationslehre, breites Methodenspektrum, dichte Beschreibungen

    • Offenheit und Flexibilität, keine vorherige Hypothesenbildung, eher Hypothesen generierendes Verfahren
    • Steuerung der Untersuchung, Datenerhebung, Interpretation aus der Empirie heraus, Bewegung in Richtung an die vorher gar nicht gedacht, Veränderung der Definition, was relevante Daten sind
      • hermeneutischer Zirkel des Verstehens
    • PRINZIPIEN
  4. Isolation einzelner Vorgänge

    • Kritik an quantitativer Forschung
      • 1) Naturwissenschaft als falsches Vorbild
      • 2) Subjekt-Objekt-Schema unzutreffend
        • Forscher ist substanziell in Untersuchungsprozess verstrick, sonst Unkenntnis des Gegenstandes
          • Untersuchungsgegenstand als Objekt <-->Forscher und Untersuchte handeln in gegenseitiger Orientierung und Anpassung aneinander
      • 3) Standardisierung
        • gleiche Situationen/Aussagen können sehr unterschiedlich gedeutet werden
    • Mathematisierung
      • Reproduzierbarkeit
        • Menschen konstruieren ihre soziale Wirklichkeit, ständiger Interpretations- und Interaktionsprozess, -->geisteswissenschaftliche Methode als Verstehen geeigneter
  5. Forschungsperspektiven

    • Nachvollzug subjektiv gemeinten Sinns, z.B. Biographie-/Lebenslaufforschung
      • Deskription sozialen Handelns/soz. Milieus, Ziel: Rekonstruktion der Regeln soz. Handelns (Milieufischung, Lebensweltanalysen)
        • objektiver Sinn: Rekonstruktion von Strukturen, Ziel: Rekonstr. latenter SInnstrukturen, z.B. Objektive Hermeneutik, Tiefenpsychologie, Psychoanalyse
  6. qualitative

    • quantitative
      • erklären /Ursache-Wirkung-kausal
        • nomothetisch (allg. Gesetze herausarbeitend)
          • Theorieprüfend
            • objektiv
              • geschlossen
    • verstehen/Interpretieren
      • idiographisch (ein Einzelnes genau beschreibend)
        • theorieentwickelnd
          • subjektiv
            • offen
  7. Der symbolische Interaktionismus

    • Prämissen
      • 1. Menschen handeln Dingen ggü. aufgrund der Bedeutung, die diese Dinge für sie besitzen
        • mesnchl. Verhalten nicht determiniert durch objektive Fakten, "objektive Fakten" sind interpretierte mit Bedeutung versehene Faktoren
          • erhalten Bedeutung, da in best. Kontext, z.B. Baum /Rose (romantisch, botanisch)
      • 2. Die Bedeutung der DInge entsteht aus der sozialen Interaktion
        • Bedeutung der Dinge liegt nicht in den Dingen selbst =/Platon
          • z.B. Baum/Rose, wirtschaftl. Objekt durch Angebot und Nachfrage, romant. Bedeutung durch Gesichichte der Romantik, Symbolik, biologisches Untersuchungsobjekt durch Forschungsgemeinde
      • 3. Bedeutungen werden in interpretativem Prozess handgehabt und geändert
        • z.B. Geldschein, Inflation, neues Währungssystem, Präsident, Absetzung, Sexualmoral ständiger Wandel
    • Anwendungsfelder: Bsp. Familienforschung Familienmitglieder: keine rein nutzenorientierte Individuen, keine stabilen Rollen • Komplizierte Aushandlungsprozesse: flüssige Interaktion • Erforschung der Aushandlungsprozesse in unterschiedl. Familien Vgl. Moderne Systemische Beratung/Familientherapie - Keine Kausalmodelle (weil viel zu komples) - Irritationen im System verursachen --> Bsp. Zirkuläres Fragen: neue Ordnung
  8. THOMAS THEOREM :If men define situation as real, they are real in their consequences

    • soziale Wirklichkeit gibt es nicht von sich aus, sondern nur durch das interpretierte Handeln von Individuen (Geldschein, Präsident, Gesetze, Ehe
  9. Der narrative Ansatz / Erzähltheorie / Narration

    • Narration grundlegend für Organisation, Transformation und Kommunikation von Erfahrung, in Geschichten verstrickt
      • Familiengeschichten, regionale/nationale Geschichten, Identitäts,Miss-Erfolgsgeschichten, Beziehungsgeschichten
        • Funktionen des Erzählens Ø Konstitution von Sinn und Bedeutung Ø Kontingenzbearbeitung: Transformation/Reduktion der Kontingenz; Überführung in sinnhafte, bedeutungsvolle Angelegenheit (Bsp. Krebsleiden; psychische Verarbeitung) Ø Allgemeine psychische Funktion: - Strukturierung der Wahrnehmung - Gedächtnis/Erinnerung - Motivation, Ziele - Identitätsbildung Ø Kommunikative/interaktive Funktionen: - Aufbau sozialer Beziehungen - Herstellung gemeinsamer sozialer Realität - Soziale Integration Erzähltheorie Narrative Therapie: Veränderung der Problemgeschichten; lernen, andere Geschichten zu erzählen (über den gleichen Stoff!)

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Mindmap am Qualitative Forschung, erstellt von Kirsten Moser am 01/02/2017.
Created by
Kirsten Moser
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